"We travel the space ways" beim Themenwochenende "Gesetz der Freiheit" in Mannheim

15. Oktober 2020. Etliche internationale Kooperationsprojekte stehen derzeit still, vor allem die, an denen Künstler*innen aus Deutschland und afrikanischen Ländern beteiligt sind. Wie aber kann man diesen internationalen Gastspielbetrieb aufrecht erhalten und jahrelang aufgebauten Austausch sichern? Das beschäftigt auch Mirjam Schmuck und Fabian Lettow von kainkollektiv, die seit zehn Jahren mit Künstler*innen aus Kamerun arbeiten. Ihr Projekt Est-ce un humain / Ist das ein Mensch mit Performer*innen aus Kamerun und Madagaskar hätte im März im Ringlokschuppen Mülheim Premiere haben sollen. Zehn Tage vor dem Termin mussten die Proben abgebrochen werden, die Künstler reisten quasi über Nacht ab. Die Premiere ist auf nächstes Jahr verschoben. Zwei der beteiligten Künstler brauchen Monate, um in ihre Heimatorte zurückzukommen. Der Tänzer Nicolas Fionel Moumbounou saß lange im Kamerun fest, weil alle Flüge in den Kongo gestrichen waren und die Grenzen nach europäischer Logik geschlossen blieben. We travel the space ways basiert auf dem ursprünglich geplanten-Projekt. Die online-Premiere findet am Freitagabend um 19.30 Uhr am Nationaltheater Mannheim im Rahmen des Themenwochenendes "Gesetz der Freiheit" statt. Beginn um 19.30 Uhr, Dauer etwa eine Stunde, danach findet ein Nachgespräch statt, das von der Poetress, Bildungsreferentin und Blacktivistin Melanelle B. C. Hémêfa moderiert wird.

 

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Auf der website des Nationaltheater Mannheim heißt es über die Arbeit:

"Ausgangspunkt des Online Performance-Projektes ist die titelgebende Frage einer anderen Produktion: 'Est – ce un humain? / Ist das ein Mensch? / Is this a human?', deren Proben im März aufgrund der Pandemie jäh unterbrochen wurden. Nun kommen kainkollektiv (Deutschland) mit Teilen des Ensembles wieder zusammen, um über die Kontinente hinweg in Verbindung zu bleiben und mit diesem Work-in-Progress-Format den 'Stand der Dinge' lokal und global zu verhandeln. Sie eröffnen einen digitalen Raum, in den alle eingeladen sind, die den Tanz über Abgründen nicht scheuen. Gewissheiten sollen verabschiedet werden und der Abgrund der Geschichte(n), die uns unweigerlich voneinander trennen und uns zugleich verbinden, soll in unsere Lebenswirklichkeit Einzug halten.

In 'We Travel the Space Ways' wird mit (digitalem) Live-Schnitt experimentiert, um in einer weitreichenden ästhetisch-medialen, aber auch sozialen und politischen Strategie Orte, Geschichten, Spuren und Positionierungen zusammenzuschneiden, die sich – im positiven wie negativen Sinn – als einschneidend für das lokal-globale Zusammenleben auf der Erde erweisen.

Wie können verschiedene Wirklichkeiten zwischen analog und digital, Dokumentation & Fiktion, Kunst, Care & Aktivismus, Medien, Orten, Schauplätzen & Akteur*innen zusammen geschnitten und Netz-Werke in Echtzeit entworfen werden? Das Team begibt sich auf eine Reise in den digitalen Raum, um Antworten auf diese Fragen zu finden – irgendwo zwischen den virtuellen Bewegungen eines (Straßen-)Tanz-Rituals und den fremden Liedern einer Weltraum-Oper. Was wird in der Zukunft des angebrochenen Zeitalters, das wir Anthropozän nennen, das eigentlich gewesen sein: ein Mensch? Und wer werden wir (künftig) gewesen sein?


We travel the space ways
Von und mit: kainkollektiv (Mirjam Schmuck, Fabian Lettow), Njara Rasolomanana, Pélagie Alima, Meriette Nancy Nko, Nils Voges (sputnic), Zora Snake Company.
Dauer: ca. 60 Minuten, danach Zoom-Gespräch mit den Künstler*innen

www.kainkollektiv.de
www.nationaltheater-mannheim.de

 

 

"Früchte des Zorns" live gespielt und gestreamt aus Zürich

9. Oktober 2020. Wie wird sich das Format des Livestreams weiter entwickeln? Was ist mit Inszenierungen möglich, die für den physischen Theaterraum produziert wurden, und jetzt zugleich analog und online laufen? Christopher Rüpings Inszenierung von Früchte des Zorns wird am Sonntagabend ab 19 Uhr als normale Vorstellung am Schauspielhaus Zürich im Pfauen gezeigt. Der Abend wird aber zudem als Livestream in Kooperation vom Baltic House International Festival in St. Petersburg zu sehen sein. Vorstellungsbeginn ist 19 Uhr, es gibt eine kurze Einführung von Rüping. Der Stream wird mit russischen Untertiteln laufen und von einem professionellen Kamerateam aufwendig live gefilmt und live gesendet. Der Livestream ist am Sonntag hier im nachtkritikstream ab 19 Uhr zu sehen.

"Prometheus Unbound" von den CyberRäubern beim PAD Darmstadt

4. Oktober 2020. Mit dem Wesen von Kunst im digitalen Zeitalter beschäftigen sich die CyberRäuber Marcel Karnapke und Björn Lengers. In ihrer Arbeit Prometheus Unbound entstehen Texte, Bilder und Töne mithilfe eines Algorithmus, der wiederum auf drei echte Schauspieler trifft. KI bestimmt den Verlauf des Abends. Beim ersten Festival Performing Arts und Digitalität (PAD) in Darmstadt läuft Prometheus Unbound zweimal, am Sonntagabend um 18 Uhr und um 21 Uhr live vor Ort und als interaktives Streaming. Wir zeigen den Stream in Kooperation mit der digitalen Theater-Plattform Spectyou.

"Metamorphosis" vom Hijinx Theatre

24. September 2020. Inklusives Netztheater im Nachtkritikstream – als Gastspiel beim Grenzenlos Kultur Festival, dessen 22. Ausgabe dieses Jahr vom 23. bis zum 27. September als analog/digitales Hybridfestival in Mainz stattfindet, performt das Hijinx Theatre aus dem walisischen Cardiff seine auf der Kafka-Erzählung "Die Verwandlung" basierende Zoom-Inszenierung "Metamorphosis" live. Gegen ein Eintrittsgeld von fünf Euro kann man sich beim Festival anmelden um auf Zoom als Zuschauer*in an der Performance und anschließend an einem Workshop mit den Künstler*innen teilzunehmen und in den Genuss von englischen Untertiteln und Audiodeskription zu kommen. Im Nachtkritikstream läuft "Metamorphosis" als Live-Aufzeichnung ab 19 Uhr. Die Performance dauert etwa 50 Minuten und ist englischsprachig.

Nach der Vorstellung ist das gesamte Publikum eingeladen von 20:00 bis 20:30 Uhr an der offiziellen Hijinx After-Party mit den Künstler*innen teilzunehmen – die Theaterbar ist erreichbar unter diesem Zoom-Link: https://us02web.zoom.us/j/87079514239

 

Superforecast – eine Dada-Webserie

14. September 2020. Zusammen mit dem Berliner RambaZamba-Theater zeigten wir als Premiere Folge 1 der Dada-Webserie "Superforecast", in der es mit dem Schriftsteller Konrad Bayer und dem Bildenden Künstler Martin Kippenberger um die große Kunst der Vorhersage geht. Die fünf Folgen werden nach und nach veröffentlicht und sind im Dezember gesammelt im nachtkritikstream zu sehen. 

"Der zerbrochne Kopf" beim Preisträgerfestival Amarena 2020

10. September 2020. Das Kollektiv Frachtwerk wurde 2019 von Heather King, Torsten Graefe und Nikolas Beck gegründet und ist seitdem Teil der freien Theaterszene in Mainz. Ihre Eigenproduktion Der zerbrochne Kopf ist eine Annäherung an Heinrich von Kleists Stück, an die Sache mit dem kaputten Porzellan, ans Theaterspielen-wollen und sich Abgehängt-fühlen, während man es doch eigentlich gar nicht ist. Die Arbeit wurde in Mai in der Kategorie Schauspiel mit dem Deutschen Amateurtheaterpreis ausgezeichnet und eröffnet heute das Preisträgerfestival Amarena, das online stattfindet. Dafür hat das Kollektiv einen Mitschnitt gefilmt, der sich auch hinter die Kulissen bewegt und seine ganz eigene Backstage-Ästhetik erzeugt. 

"Ich bin nicht bereit, gerettet zu werden & Pandemie - Eine Wiedergängerin" vom Kunstfest Weimar

1. September 2020. Als Sommerspecial zeigten wir vom Kunstfest Weimar die von Marie Bues mit Niko Eleftheriadis inszenierte performative Kollage Ich bin nicht bereit, gerettet zu werden von Sivan Ben Yishai, die sich zu ihrem Text von einem Corona-Interview mit Frank Castorf im Spiegel inspirieren liess. Dazu gehörte Marie Bues' Theaterfilm Pandemie - Eine Wiedergängerin auf der Basis eines Texts von Natascha Gangl.

"Schimmen nach Weimar" beim Kunstfest Weimar

31. 8. 2020. Als Sommerspecial zeigten wir vom Kunstfest Weimar als Livestream die Soloperformance "Schwimmen nach Weimar" von Steve Karier. Es handelte sich um die Weimarer Ausgabe der Performance-Serie Schwimmen nach – (Thüringen), mit welcher der luxemburgische Schauspieler im Laufe des Kunstfests Weimar eine theatralische Erkundung Thüringens in 17 Stationen vornahm – jedesmal an einem anderen Ort und jedesmal anders. 

21. August 2020

Zombie TV (Folge 1 bis 6)

Als nachtkritikstream-Sommerspecial zeigen wir die Lecture-Cartoon-Serie Zombie TV. To live and die with the virus von Elisabeth Bronfen, Barbara Weber, Kati Rickenbach, Yannik Böhmer & Dominic Huber, entstanden für das Zürcher Theaterspektakel 2020, in Zusammenarbeit mit der Streaming-Plattform SPECTYOU.