Romanvernichter durch Adaption?

6. Mai 2017. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beklagt Simon Strauß anlässlich des Theatertreffens die schwindende Bedeutung des Dramaturgen als einer Art "intellektuellen Aufseher über das kreative Geschehen". Sein Beispiel dafür ist der langjährige Schaubühnen-Dramaturg Dieter Sturm: "Was ihn am gegenwärtigen Theater am tiefsten schmerzt, ist dessen Hang zur 'Literaturabschaffung'. Für ihn, dem die Rückbindung an die Literatur als Kernkompetenz des Theaters gilt, ist die momentane 'Antikonjunktur für Theaterstücke' unverständlich. Der Dramaturg sei heute im besten Falle noch ein 'Romanvernichter durch Adaption'."

Warum keine Unterwerfung?

5. Mai 2017. In seiner heutigen Ausgabe widmet sich der Berliner Tagesspiegel mit zwei Texten dem morgen beginnenden Theatertreffen und übt schon einmal Kritik.

Das depressive Staatstheater

4. Mai 2017. In der Mai-Ausgabe des Merkur (Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken) holt der derzeitige Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle Stefan Rosinski unter der Überschrift "Das depressive Staatstheater" zu einer Art Rundumschlag gegen kulturpolitische Tendenzen im Bereich des deutschen Stadt- und Staatstheaters aus. Rosinski sieht die Kulturpolitik in einer Legitimationskrise: "Anstatt Kunst in ihrer spezifischen Kommunikationsleistung zu reflektieren – als Hergestelltsein ohne externen Zweck und irritierende Beobachtung über Beobachtung –, fokussiert die Förderpolitik in ihrer Not das Bedürfnis der Kulturinstitutionen, vor allem sich selbst als Organisationen reproduzieren zu wollen."

In der Bastion

2. Mai 2017. "Verlängert er, oder nicht? Warum ist ihm Anerkennung so wichtig? Hat er ein Problem mit öffentlicher Kritik?" Das sind Fragen, die Der Bund dem Berner Intendanten Stephan Märki gestellt hat und ihn in einem langen Text porträtiert.

"Es hörte sich alles so ungeschickt an..."

28. April 2017. Morgen Abend kommt am Wiener Akademietheater René Polleschs neues Stück "Carol Reed" heraus. Zum ersten Mal hat die große Bühnenbildnerin Katrin Brack mit  Pollesch zusammengearbeitet, wie man aus einem Interview erfahren kann, das Norbert Mayer von der Wiener Tageszeitung "Die Presse" im Vorfeld mit Pollesch geführt hat. Über den Titel zum Beispiel, der aus Orson Welles' in Wien spielendem Nachkriegsthriller "Der Dritte Mann" stammt. Oder über Alfred Hitchcocks enigmatischen dramaturgischen Joker namens "MacGuffin".

Ziel: inhaltliche Debatten

21. April 2017. Im Interview mit Lena Rittmeyer von der Berner Tageszeitung Der Bund spricht der Regisseur Volker Lösch über seine Arbeit mit Laien-Spielern. Er habe diese Art des Arbeitens für sich erfunden, "da ich mit dem klassischen Abspielen von dramatischen Vorlagen die Welt um mich herum nicht mehr beschreiben konnte", so Lösch. "Meine Arbeit polarisiert, sie hat eine inhaltliche Entschiedenheit, die vielen nicht gefällt."

"Zeigen, dass hier Kunst entsteht"

19. April 2017.Oliver Reese, scheidender Intendant des Schauspiel Frankfurt, denkt in einem Interview mit Claus-Jürgen Göpfert und Christian Thomas von der Frankfurter Rundschau laut über den Abriss des Hauses am Willy-Brandt-Platz und einen Neubau nach. Bislang hatte sich Reese für eine Sanierung ausgesprochen. Jetzt aber läge ihm ein neues Gutachten vor, dass die Kosten auf 500 Millionen Euro und die Sanierungsdauer auf elf Jahre veranschlagten. "Wenn solche Summen und solche fast unabsehbaren Zeiträume im Spiel sind, die für das Haus und das Publikum nur schwer zumutbar wären, ist der Zeitpunkt gekommen, da man eine Alternative zur Sanierung sehr ernsthaft prüfen muss.“

Befreiung des Köpers noch vor Redefreit

13. April 2017. Mit einer deutsch-ägyptischen Theater-Koproduktion war Tom Mustroph in Alexandria/Ägypten und berichtet in der taz (13.4.2017) über die dortige freie Theaterszene. Das "Echo der revoulutionären Bewegungen", das in den letzten Jahren viele Arbeiten geprägt habe, sei inzwischen "schwach geworden", erkären Künstler*innen. Allgemein habe sich "Resignation breitgemacht"; die künstlerische Produktivität sei zurückgegangen. "Das liegt an einem Mangel von Infrastruktur und Förderung, aber auch an neuen Gesetzen, nach 2013 erlassen", sagt Abdalla Daif, Regisseur und Mitbegründer des Künstlernetzwerks Gudran Association, dem taz-Autor. Unter dem Militärregime von Präsident Abdel Fattah al-Sisi sei es schwierig Genehmigungen für Arbeiten zu erhalten.

"Hochproblematisch und einfallslos"

12. Apri 2017. "Ich möchte gut unterhalten und gepackt werden, so dass ich mich noch lange über das Stück unterhalten und streiten kann. Außerdem erwarte ich gutes Handwerk", sagt der ehemalige Berliner Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit im Interview mit Simon Strauß von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über seine Erwartungen ans Theater. Und zu den Berliner kulturpolitischen Entscheidungen seiner Nachfolger: