Presseschau vom 21. Juli 2013 - Der Spiegel interviewt Frank Castorf zu den Bayreuther Festspielen
"Pure DDR"
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Er verstehe sich als "Dienstleister" in Bayreuth, schließlich hätte er für den ersten Teil "Rheingold" nur neun Tage proben können. Die Arbeit sei getaktet wie bei einer TV-Soap. Dementsprechend wolle er auch "keinen Jahrhundert-'Ring'" präsentieren. "Mir reicht ein Jahres-'Ring'", bremst Castorf gegenüber dem Spiegel die Erwartungen.
Über die Atmosphäre vor Ort sagt Castorf: "Jeder von außen ist der Feind. Das ist pure DDR." Damit sind auch die Intendantinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier gemeint, auch wenn Castorf sie "nicht allzu oft" gesehen habe. Die Wagner-Schwestern hätten am meisten Interesse an der Pünktlichkeit Castorfs. Um die sei es aber nicht so gut bestellt.
(mw / Spiegel Online)

Ich bin es müde, dieses kulturlose Geschwätz zu lesen und greife zu einem Buch: Llosa "Alles Boulevard". Wenigstens gibt es sie noch, die literarischen Essays, die uns vor der Journaille bewahren. Verdient eure Geld und verprasst es, zur Wahrheit und zur Information habt ihr nichts beigetragen.
Schade, dass Bayreuth nichts für den Kulturgänger ist. An einen Jahresring komme ich nicht ran. Bleibt mir die Volksbühne. Dort tummelt sich dann zum Glück nicht die Kulturlosigkeit der Zeit.
Frank Castorf, seien Sie wieder pünktlich in Berlin!
Genau lesen, darum geht es mir. Was hat Castorf genau gesagt und was machen die Schreiberlinge daraus? Von Castorf gibt es keinen negativen Satz. Seine Äußerungen sind lockere Statements, wenn man es genau liest und den Nerv für diese Lockerheit hat. Ansonsten wäre Castorf nicht Castorf, wenn dabei nicht in paar Vergleiche kämen. Seid also gelassen, was die Regieführenden anbelangt.