Medienschau: NDR – Eine umstrittene Kündigung in Elternzeit
Keine messbaren Kriterien
Keine messbaren Kriterien
4. April 2026. Der NDR greift einen vielbeachteten Instagram-Post der Musical-Darstellerin Elisabeth Köstner auf, die vor kurzem ihre Behandlung am Theater für Niedersachsen öffentlich gemacht hat.
Neun Jahre war sie an dem Haus tätig, doch nachdem sie Elternzeit angemeldet hatte, wurde ihr Vertrag kurz vor dem Ende der Spielzeit nicht mehr verlängert - aus künstlerischen Gründen, wie es vom Theater heißt.
In ihrem Post beschreibt Köstner, wie die Nichtverlängerung sie total überrascht hätte, erst vier Wochen vorher habe sie mit der Spartenleitung über ein Projekt für die kommende Spielzeit in Elternzeit gesprochen, im Rahmen dieses Gesprächs sei nicht die Rede von der Erwägung einer Nichtverlängerung gewesen.
"Es steht der Vorwurf der Darstellerin im Raum, die Elternzeit habe dazu geführt, dass der Vertrag nicht - wie all die Jahre zuvor – stillschweigend verlängert wurde", so der NDR. Dazu teilt das Theater für Niedersachsen dem Sender lediglich in einer schriftlichen Antwort mit, man habe alle Auflagen erfüllt.
Der NDR hat auch Anna Gerhards vom Verein Bühnenmütter zu dem Fall befragt, die sagt: "Es ist nicht objektivierbar und dadurch hat man keine messbaren Kriterien an der Hand, mit denen man argumentieren kann. Das führt natürlich dazu, dass man mit dieser Begründung einer Nichtverlängerung aus künstlerischen Gründen ein Macht- und Druckmittel in der Hand hat, was dann ganz besonders in einer vulnerablen Phase, nämlich zum Beispiel in der Phase, nachdem man Mutter geworden ist, dass man da eben ganz besonders dem ausgesetzt ist."
(NDR / Elisabeth Köstner / Instagram / sd)
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