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Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
17. April 2026. Gemeinsam mit anderen Institutionen aus dem Kultursektor warnt die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt vor einer nationalistisch ausgerichteten Kulturpolitik. Diese drohe dem Bundesland, in dem am 8. September 2026 gewählt wird, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierung übernehmen. Die Stellungnahme ist unter anderem auf der Webseite der Kunststiftung veröffentlicht.
"Wir warnen vor einer Entwicklung, die die Freiheit der Kunst, die Offenheit kultureller Institutionen und die demokratisch verankerte Erinnerungskultur grundlegend in Frage stellt", heißt es in der auf der Webseite der Stiftung veröffentlichten Stellungnahme. In ihrem Regierungsprogramm habe die AfD Sachsen-Anhalt kürzlich eine "neue patriotische Kulturpolitik" im Fall ihrer Regierungsübernahme angekündigt. "Kultur wird nicht mehr als offener, pluraler Raum verstanden, sondern verengt sich deutlich. Sie wird Instrument zur Herstellung einer parteipolitisch definierten kollektiven Identität."
Die kulturpolitischen Vorhaben der AfD Sachsen-Anhalt, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft wird, reichten dabei "weit über den eigentlichen Kulturbereich hinaus" und beträfen auch Bildungs-, Wissenschafts-, Integrations- und Religionspolitik, so die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Formuliert werde im AfD-Programm unter anderem ein inhaltlicher Steuerungsanspruch gegenüber Kulturinstitutionen: "Im Bereich der bildenden und darstellenden Kunst wird staatliche Förderung an die 'kulturelle Identität' gebunden; insbesondere Theater sollen stärker 'deutsche Stücke' berücksichtigen", so die Kunststiftung.
Die AfD Sachsen-Anhalt deute Erinnerung selektiv um, normiere Kunst, baue Institutionen ab und um und instrumentalisiere Förderung politisch. Sachsen-Anhalt werde als "Musterland der Kulturpolitik" positioniert, nach dem Vorbild von Viktor Orbáns Ungarn. Damit ziele die Programmatik "auf eine enge Verknüpfung von Staat, Kultur und nationaler Identität sowie die politische Einflussnahme auf Kulturinstitutionen und die Einschränkung von Vielfalt und Meinungsfreiheit.
Demgegenüber plädieren die unterzeichnenden Institutionen für die Freiheit der Kunst, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und eine an demokratischen Werten orientierte Erinnerungskultur. Zu den Unterzeichner*innen des Schreibens gehören neben der Stiftung Bauhaus Dessau, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt oder der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt unter anderem auch das Theater Magdeburg, das Puppentheater Magdeburg oder das Theater der Altmark.
Die Kunststiftung fördert die zeitgenössische bildende wie darstellende Kunst in Sachsen-Anhalt durch die Vergabe von Stipendien und Projektfördermitteln. Sie ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Halle (Saale). Ihre Aufsichtsbehörden sind die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.
(Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt / eph)
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