"Das ist inhuman"

11. April 2017. Ulrich Seidler spricht in der Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau mit Ludwig von Otting, der von 1979 bis 2014 auf der Leitungsebene in großen Theaterhäusern der Republik tätig war, von 1985 an am Hamburger Thaliatheater als Künstlerischer Betriebsdirektor und seit 1992 bis zum Ruhestand als dessen Kaufmännischer Geschäftsführer. Jetzt engagiert er sich, der jahrzehntelang auf der Arbeitgeberseite stand, beim Ensemble-Netzwerk für faire Entlohnungen für Bühnenschaffende.

Sehnsucht nach Schweigen

31. März 2017. Der Schriftsteller Christoph Höhtker lebt in Genf, fliegt nach Hamburg zur Premiere von "Ich kann nicht mehr" und denkt in der NZZ grundlegend über René Pollesch nach.

"Die EU ist in Gefahr!"

30. März 2017. In einem Interview mit Stefan Ender im Wiener Standard geht der lettische Regisseur Alvis Hermanis auch darauf ein, dass er 2015 aus einer Produktion am Hamburger Thalia Theater ausstieg, weil er dessen Refugees-welcome-Aktivitäten ablehnte. Dass sowohl die deutsche als auch die österreichische Regierung mittlerweile eine restriktivere Flüchtlingspolitik machen, empfindet er als Bestätigung seiner damaligen Haltung: "Wenn ich heute eine Wiener Zeitung lese, dann sehe ich, dass meine Sicht von damals heute Regierungspolitik ist. Die Zeitungen von Deutschland erinnern mich hingegen immer noch an die der Sowjetunion: Wenn jemand eine abweichende Meinung hat, dann wird er zum Feind.“ Allerdings schienen für die Deutschen gerade fast alle zum Feind zu werden: "Großbritannien nach dem Brexit, die USA mit Trump, Polen, die Türkei, Russland..."

Die Dichterin und der einsame Twitterkönig

29. März 2017. Elfriede Jelineks Stück über Donald Trump "Auf dem Königsweg", das im Oktober 2017 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg zur Uraufführung kommen soll, wurde in New York in einer ersten Lesung vorgestellt, gekürzt auf 16 von 92 Seiten, vor knapp 70 Zuschauern, wie der NDR schätzt. Trump werde in dem Stück aus diversen Perspektiven gespiegelt, berichtet die Presse, u.a. mithilfe der Muppet-Figur Miss Piggy.

Notwendig – für wen?

24. März 2017. "Erinnerung kann lebendiger sein als das, was wir neu erleben", erklärt Serge Dorny im Interview mit Eleonore Büning in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) seine Idee für das "Festival Memoires" in Lyon, wo Dorny drei legendäre Inszenierungen von Heiner Müller, Ruth Berghaus und Klaus Michael Grüber rekonstruieren ließ.

Fake News?

24. März 2017. Das Hans Otto Theater Potsdam hat in einem Offenen Brief eine Kritik in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) kritisiert. Dort hatte MAZ-Redakteur Karim Saab am 20. März 2017 die Postdamer Theaterpremiere "Gehen und Bleiben" von Maxi Obexer in der Regie von Clemens Bechtel besprochen – im Kern freundlich, aber mit einigen Bemerkungen versehen, gegen die sich das Theater jetzt in einem Leserbrief gewehrt hat.

Die Zerrissenheit der Gesellschaft

20. März 2017. Die Kleinstadt Altenburg in Thüringen ist in den Fokus der überregionalen Presse geraten, nachdem – durch ein geleaktes Papier aus dem Stadtparlament – bekannt wurde, dass Schauspieler des international aufgestellten Theaters Opfer rassistischer Anfeindungen wurden. Jetzt hat Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) seine Mitbürger zum "Kulturpolitischen Dialog" geladen, um den schlechten Eindruck zu korrigieren. Für die FAZ (16.3.2017) hat sich Stefan Locke die Veranstaltung angeschaut und die Kontroverse am Ort hautnah miterlebt: "Die Zerrissenheit der Gesellschaft – sie ist hier zu spüren."

Frei zu reden

16. März 2017. In Zürich wurde nach hundertfachem Protest aus der Kulturszene die Diskussion abgesagt, bei der Marc Jongen mit auf dem Podium sitzen sollte. In der Zeit macht sich Elisabeth von Thadden im Aufmacher des Feuilletons Gedanken über das Für und Wider liberaler Redefreiheit.

Lob des Unvirtuosen

12. März 2017. In dem Film "Wilde Maus", zugleich sein Regiedebüt, spielt Josef Hader einen Musikkritiker. In einem langen und sehr unterhaltsamen Gespräch mit Timo Frasch im Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe März 2017) nimmt Hader das zum Anlass, einiges über Theater und Kritik zum Besten zu geben.