Medienschau: Süddeutsche Zeitung – "Unliebsames loswerden" am Moskauer Bolschoi

Stattdessen "Spartacus"

4. Mai 2022. Am Moskauer Bolschoi wurden die Oper "Don Pasquale" des Regisseurs Timofey Kulyabin sowie das Ballet "Nurejev" des regimekritischen Regisseur Kirill Serebrennikov abgesagt. Hier werde die "Gunst der Kriegsstunde" genutzt, unbequeme Inszenierungen und unbequeme Theaterleute los zu werden, vermutet Dorion Weickmann in der Süddeutschen Zeitung.

"Statt der angekündigten Aufführungen des Balletts über Rudolf Nurejew wird 'Spartacus' gezeigt", so habe es das Moskauer Bolschoi etwas lapidar in einem Telegram Post mitgeteilt. "Spartacus" sei eben eine viel Kreml-konformere "Heldensaga" als das Sujet des schwulen, in den Westen ausgewanderten Tänzers "Nurejew", noch dazu von Regimegegner Kirill Serebrennikov inszeniert – so Dorion Weickmann im SZ-Beitrag.

Weiter erläutert Weickmann: Bolschoi-Generalintendant Wladimir Urin stehe unter Druck sein Haus und seine Mitarbeitenden zu schützen. Dass Wladimir Putin "seinem treuen Gefolgsmann Valery Gergiev, Chef des Sankt Petersburger Mariinsky, auch die Verantwortung fürs Bolschoi antrug" sei eine Drohgebärde, die Urin verstanden habe. Mit der Folge, eine "Import-Substitution" am Haus vorzunehmen - also den Spielplan auf "einheimische Erzeunisse" zu verkürzen, wie es im SZ-Beitrag heißt.

(joma)

 

 

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