Deutlich überzogen

23. September 2011. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch hat der Intendant der Kölner Oper, Uwe Eric Laufenberg die Fassung verloren. Das melden verschiedene rheinische Medien darunter der Kölner Stadtanzeiger und die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post.

Laufenberg, so der Kölner Stadtanzeiger, habe sich zunächst dagegen verwahrt, allein für ein mehrere Millionen hohes Defizit der Kölner Bühnen verantwortlich zu sein. Die Verluste seien überwiegend auf Etat-Kürzungen des Stadtrates, auf ein Gastspiel in Schanghai sowie die Uraufführung der Stockhausen-Oper "Sonntag" zurückzuführen. Das Defizit betreffe aber nicht nur die Oper, sondern den gesamte Betrieb der Bühnen. Durch Presseberichte, die ihn allein als Schuldigen darstellen, fühle er sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Aufgebracht habe er bei der Pressekonferenz im Foyer des Opernhauses dann die Frage in den Raum geworfen, ob man ihn mit diesen Beschuldigungen loswerden wolle. "Ich habe keinen Doktortitel, da kommt man nicht weiter. Ich habe kein schwarzes Zimmermädchen in irgendeiner Hotel-Suite gefi..., da kommt man auch nicht weiter", zitiert die Rheinische Post den aufgebrachten Opernintendanten. Also müsse man sich etwas anderes einfallen lassen.

Kulturdezernent Georg Quander habe, so der Kölner Stadtanzeiger gestern, der Politik eine Mitschuld an der aktuellen Schieflage gegeben. "Man kann nicht immer von außen in die Bühnenfinanzen eingreifen und dann die Intendanten für Defizite verantwortlich machen." Doch während sich Schauspielintendantin Karin Beier weitgehend an den Finanzplan gehalten habe, so der Kölner Stadtanzeiger, habe Laufenberg seinen Etat in der vorigen Spielzeit deutlich überzogen.

(Rheinische Post / Kölner Stadtanzeiger / sle)

 

Hier Uwe-Eric Laufenberg im O-Ton (Quelle: Kölner Stadtanzeiger).

 
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