medienschau
Unsere auswahl ist subjektiv
Presseschau vom 14. Dezember 2012 – Die "Welt" porträtiert den Dramatiker Moritz Rinke
Traumhüter
14. Dezember 2012. Moritz Rinke hat nach sieben Jahren wieder ein Stück geschrieben, das heute Abend in Frankfurt uraufgeführt wird. In der Welt porträtiert Matthias Heine den Dramatiker.
Presseschau vom 11. Dezember 2012 – Der Tagesspiegel über die neue Schauspiellust in Griechenland
Theatromanie in Thessaloniki
11. Dezember 2012. Krise ja, aber künstlerische Depression nein! Eine regelrechte "Theatromanie" sei in Griechenland ausgebrochen, berichtet heute Marianthi Milona im Tagesspiegel (11.12.2012). Ob "auf der Bühne oder als Zuschauer im Saal" seien die Griechen derzeit von "einer ungeheuren Sehnsucht nach Schauspiel und Unterhaltung" beseelt. Von einer Hausse im Kindertheater ist die Rede: "So viele Kinderaufführungen wie in diesem Jahr gab es in Griechenland noch nie." Auch niedrige Gagen hielten Akteure nicht von ihren Auftritten ab: "Das letzte Mal war eine solche Schauspiellust während der griechischen Militärdiktatur (1967–74) zu spüren. Auch damals half das Theater den Menschen, auf bessere Zeiten zu hoffen, zu warten, nicht zu resignieren."
Presseschau vom 10. Dezember 2012 – Die Schauspielerin Jutta Wachowiak in der Berliner Zeitung über ihre Rückkehr ans Deutsche Theater
Die neue Lust, dabei zu sein
Berlin, 10. Dezember 2012. Die große Film- und Bühnenschauspielerin Jutta Wachowiak (geb. 1940 in Berlin und in der ehemaligen DDR zu einer der namhaftesten Theaterkünstlerinnen geworden) kehrt nach sechs Jahren Arbeit im Ruhrgebiet zurück ans Deutsche Theater Berlin, in die "Coriolanus"-Inszenierung von Rafael Sanchez (Premiere: 13.12.2012). Aus diesem Anlass gab sie Ulrich Seidler von der Berliner Zeitung (8./9.12.2012) ein Interview in ihrem Potsdamer Häuschen.
Presseschau vom 7. Dezember 2012 – Die Frankfurter Rundschau über den Mannheimer Theaterkonflikt
Fürst und Kollektiv
Mannheim, 7. Dezember 2012. In der Frankfurter Rundschau erklärt Peter Michalzik den Konflikt, den es um eine neue Führungsstruktur gibt, seit die bisherige Generalintendantin des Nationaltheaters erkrankte und ihr Amt zur Verfügung stellte. "Er ist von überraschender Heftigkeit und wird mit Ausdauer geführt." Auf der einen Seite steht Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD), der "ein kollektives Führungsmodell aus einem geschäftsführenden und vier Sparten-Intendanten, Oper, Schauspiel, Ballett und Jugendtheater" präferiert, entworfen vom ehemaligen Stuttgarter Intendanten Hans Tränkle. Auf der anderen Seite kämpft die CDU und die Mannheimer Liste mit Stadtrat Achim Weizel, der auch Vorsitzender der Freunde des Nationaltheaters ist, und dem ehemalige Generalintendanten Ulrich Schwab für das Generalintendantenmodell.
Presseschau vom 7. Dezember 2012 – In der Welt porträtiert Stefan Keim den Dramatiker Lutz Hübner
Man weiß, dass man gemeint ist
7. Dezember 2012. Morgen hat in Bochum das neue Stück von Lutz Hübner Premiere. Was Stefan Keim in der Welt zum Anlass nimmt, den unermüdlichen Dramatiker zu porträtieren.
Presseschau vom 1. Dezember 2012 – Die Welt und die Rheinische Post über den Rücktritt des Düsseldorfer Intendanten Holm
Kein Trend aber eine Gefahr
1. Dezember 2012. Nach Regula Gerber, die vor einem Jahr als Generalintendantin des Nationaltheaters Mannheim aufgab, sei Holm bereits der zweite Leiter eines größeren deutschen Theaters, der an Burn-out erkrankt, schreibt Stefan Keim in der Tageszeitung Die Welt. "Kürzlich beging der Intendant des Frankfurter Theaters am Mousonturm, Selbstmord – vermutlich hielt auch er den Druck nicht aus." (nachtkritik.de meldete.)
Presseschau vom 28. November 2012 – Fusion und Theaterneubau in Mecklenburg-Vorpommern?
Konkrete Fusionspläne, vertagter Neubau
Rostock, 28. November 2012. Die Theater- und Musiklandschaft Mecklenburg-Vorpommerns soll seit Längerem restrukturiert werden. Die Landesregierung beauftragte ein Wirtschaftsberatungsunternehmen mit der Ausarbeitung von neun möglichen Szenarien. Der NDR sowie die Ostseezeitung berichtet nun, dass sich die Regierungskoalition auf folgende Modelle geeinigt habe: Das Musiktheater von Schwerin und Rostock soll fusionieren, genauso wie die Opernstandorte in Stralsund/Greifswald sowie Neubrandenburg/Neustrelitz zusammengelegt werden sollen. "Pro Jahr sollen laut dem Entwurf der Beratungsfirma etwa zehn Millionen Euro gespart werden - etwa 162 Arbeitsplätze würden wegfallen", so der NDR. Nach dem zweiten Modell sollen analog auch die Schauspielsparten fusionieren. Resultat laut NDR: Einsparungen von rund 14 Million Euro, 220 Jobs weniger. Die Regierung beginne nun, mit den kommunalen Trägern der Theater über die beiden Modelle zu verhandeln.
Presseschau vom 17. November 2012 – Claus Peymann spricht in der Rheinischen Post vom Scheitern
Gescheiterter Stachel
17. November 2012. Berliner-Ensemble-Intendant Claus Peymann ist, trotz gebetsmühlenartig vorgetragener erfreulicher Zahlen des eigenen Hauses, eingetrübter Stimmung. In einem Interview, das Lothar Schröder aus nicht näher erläuterten Gründen mit ihm in der Rheinischen Post (16.11.2012) führte, beklagt er den Ensembleverfall ("Eine kleine Gruppe von 30 bis 40 sehr bekannten Namen diktiert als Gastschauspieler die Spielpläne aller deutschsprachigen Bühnen."), ätzt gegen junge Dramatiker ("eine vollständige Nabelschau in der Literatur") und die Regie-Kollegen ("diese Stücke-Verbesserer, die unter dem Namen Regisseur eigentlich Dichter spielen").
Presseschau vom 16. November 2012 – Der Tagesspiegel berichtet, wie die Freie Szene von der Berliner City Tax profitieren könnte
Chance für die Freie Szene
Berlin, 16. November 2012. Im neuen Jahr wird in Berlin die City Tax eingeführt, die jährlich um die 40 Millionen einbringen könnte. 50 Prozent werden höchstwahrscheinlich in die Berliner Kultur einfließen. Die Koalition der Freien Szene hat jetzt ein Positionspapier aufgesetzt, über das Patrick Wildermann heute im Tagesspiegel berichtet.
Presseschau vom 13. November 2012 – Das Wiener Magazin Der Falter interviewt Daniel Kehlmann
Von allen Seiten verteidigtes Monopol
Wien, 13. November 2012. Der Theaterkritiker Wolfgang Kralicek hat mit dem Dramatiker Daniel Kehlmann, dessen neues Stück "Der Mentor" vergangenes Wochenende am Theater in der Josefstadt uraufgeführt geworden ist (hier die Nachtkritik), im Wiener Stadtmagazin "Der Falter" ein Gespräch geführt.
Presseschau vom 10. November 2012 – Die Berliner Zeitung über die neuerliche Prüfung eines Zentralstandorts für die Ernst-Busch-Schule
Peinliche Berliner Posse
10. November 2012. "Ich bin dafür, doch doch. Immer her mit den Prüf-Optionen!", ruft Birgit Walter in der Berliner Zeitung dem Berliner SPD-Abgeordneten Karl-Heinz Nolte zu, der die jüngste Überprüfung des schon beschlossenen Standortes Chausseestraße als Zentralstandort für die Ernst-Busch-Schule ausgelöst hat.
Presseschau vom 9. November 2012 – Die taz berichtet aus Wuppertal
Eine Art Schockstarre
9. November 2012. Dem Wuppertaler Schauspielhaus wächst das Gras aus den Fugen, der Eingang ist dunkel, berichtet Barbara Opitz in der heutigen taz. "Die Besucher müssen vorbei an geschlossenen Kassenhäuschen und verriegelten Seiteneingängen."
Presseschau vom 29. Oktober 2012 – Die Berliner Zeitung berichtet über ein baldiges neues Finanzloch der Berliner Opernstiftung und die andere Realität des Tarifs NV Bühne
Theater-Gehalts-Schere
31. Oktober 2012. Jüngst monierte der sächsische Rechnungshof, dass der Dirigent Ricardo Chailly vom Leipziger Gewandhaus ein "nicht nachvollziehbares" Gehalt beziehe. Wie aber die andere Realität des Normalvertrags Bühne aussieht, das hat Birgit Walter vor zwei Tagen in der Berliner Zeitung zusammengefasst.
Presseschau vom 28. Oktober 2012 – Mecklenburg-Vorpommern diskutiert die Neuordnung seiner Theater- und Orchesterstrukturen
Mit dem Rotstift des Unternehmensberaters
28. Oktober 2012. Der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mathias Brodkorb (SPD) hat in Schwerin neun Modelle zur Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern präsentiert. Die Modelle wurden von der METRUM Managementberatung GmbH entwickelt" (hier die Pressemitteilung). Die von METRUM vorgeschlagenen Modelle seien "geeignet, im Jahr 2020 eine ausreichend finanzierte Theaterstruktur im Land aufrecht zu erhalten, die mit den zur Verfügung stehenden 35,8 Millionen Euro zuzüglich der kommunalen Beiträge auskommt." Wenn die "Theater- und Orchesterstrukturen nicht verändert werden", würde im Jahr 2020 eine Finanzierungslücke von 12 Millionen Euro jährlich entstehen, habe METRUM ermittelt. Die neun METRUM-Modelle betreffen vor allem "Veränderungen im kostenintensiven Musiktheater- und Orchesterbetrieb". Im Internet lädt der Minister jetzt Bürger zur Diskussion über diese neun Modelle ein (hier zum Forum).
Presseschau vom 19 Oktober 2012 – die Frankfurter Rundschau und der englische Guardian zur Blackfacing-Debatte
Die Differenzierung der Null-Toleranz-Position
19. Oktober 2012. Anlässlich der Blackfacing-Konferenz trägt Dirk Pilz in der Frankfurter Rundschau noch einmal ein zentrales Argument der Debatte vor: "Wir leben in einer Gesellschaft, in der Rassismus nicht nur am rechten Rand zu Hause ist, sondern in ihrer Mitte. Praktiziert von Menschen und Institutionen, die sich selbst natürlich nie als Rassisten beschreiben würden. Aber rassistische Stereotype transportieren sich auch wider Willen des Einzelnen, an der Vernunft und den eigenen Absichten vorbei. Niemand ist davor gefeit, rassistische Denk- und Wahrnehmungsmuster zu bedienen."
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