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Ein Globe Theater in Berlin? Im April werden Entwürfe vorgestellt
Raum für die Liebe zu Shakespeare
Berlin, 22. Januar 2008. Shakespeare wie im Elisabethanischen Theater in einem Rundbau-Theater zu spielen – diese Idee besteht in Berlin seit acht Jahren. Die Realisierung eines Globe-Theaters ist näher gerückt, seit die Berliner Shakespeare Company über einen festen Standort am Ufer der Spree verfügt. Und wenn es nach dem künstlerischen Leiter Christian Leonard geht, soll dort schon bald anstelle des Theaterzelts ein Globe-Theater stehen.
Die Berliner Shakespeare Company hat dafür in Kooperation mit der Technischen Universität einen Wettbewerb ausgeschrieben. 14 studentische Projektgruppen sind beteiligt. Eine 12-köpfige Jury wird drei Preisträger auswählen, deren Entwürfe am 23. April 2008 in der TU Berlin präsentiert werden. Dieses Globe soll Platz für 500 Zuschauer bieten, innerhalb einer Woche abbaubar und transportfähig sein, und als polygonaler Bau "Shakespeares Bühnengesetzen folgen", wie Leonard sagt.
Die Shakespeare Company Berlin wurde 1999 von einer fünfköpfigen Mannschaft um Leonard gegründet. Mit dabei war von Anfang an etwa auch die Autorin und Dramaturgin Vanessa Schormann, die mittlerweile als Spezialistin für Spielweisen der Shakespeare-Zeit gilt. In den vergangenen Jahren sind etliche Eigenproduktionen entstanden. Parallel dazu ließ Leonard nie locker, die Idee eines eigenen Globes in die Realität umzusetzen.
"In einem solchen Theater ist eine andere Begegnung von Künstlern und Zuschauern möglich, weil die Trennung von oben und unten nicht existiert", sagt Leonard. Die Kosten veranschlagt er auf eine Million Euro, die über Sponsoren eingeholt werden sollen. Denn Förderung erhält bisher nur das Projekt Shakespeare Kids für 7 bis 12-Jährige. Leonards Wunsch ist es, das Theater im Sommer 2009 zum 10-Jährigen Bestehen der Shakespeare Company Berlin zu eröffnen.
Das wäre immerhin noch um einiges schneller als der Bau des Londoner Globe Theatre, dessen Planung 1967 begann und dreißig Jahre bis zur Fertigstellung brauchte. Und auch in New York scheint man die besondere Bühnenarchitektur zu schätzen. Für die Stadt hat Sir Norman Foster ein Globe Theater (www.newglobe.org) entworfen.
(sik)
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