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Pina Bausch ist gestorben
30. Juni 2009. Pina Bausch ist tot. Die weltberühmte Tänzerin und Choreographin des Wuppertaler Tanztheaters, das sie seit 1973 leitete und mit dem sie Tanzgeschichte geschrieben hat, erlag unerwartet, nur fünf Tage nach einer Krebsdiagnose, ihrer Krankheit.
Noch am vorletzten Sonntag, so teilte die Pressestelle des Tanztheaters Wuppertal ebenfalls mit, hatte sie mit ihrer Company im Wuppertaler Opernhaus auf der Bühne gestanden. Ihr letztes Stück, ohne Titel und inspiriert von einem Chile-Aufenthalt, hatte am 12. Juni Premiere.
Pina Bausch wurde 1940 im nordrhein-westfälischen Solingen geboren. Bereits als Kind nahm sie Ballettunterricht und begann 1955, mit 14 Jahren, an der Essener Folkwangschule, die sie später maßgeblich prägen sollte, ein Tanzstudium bei Kurt Jooss. Danach ging sie, mit einem DAAD-Stipendium, nach New York und studierte dort an der berühmten Juilliard School bei Choreografen wie José Limon und Antony Tudor. 1961 wurde sie dann Mitglied des "New American Ballet" an der Metropolitan Opera in New York.
Ihr ehemaliger Lehrer Jooss war es, der sie ein Jahr später nach Deutschland zurückholte. In seinem Folkwang-Ballett tanzte sie als Solistin, assistierte Jooss, begann selbst zu choreographieren und wurde 1969 seine Nachfolgerin. 1973 wurde sie dann, unter dem ihr großen Freiraum gewährenden Intendanten Arno Wüstenhöfer, Leiterin der Ballettsparte der Wuppertaler Bühnen.
Bausch erhielt im Laufe ihrer Karriere unzählige Preise, 1980 war sie zum ersten Mal nach Berlin zum Theatertreffen, 1983 zum Festival nach Avignon eingeladen. 1986 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz I. Klasse, 1997 den Theaterpreis Berlin, 1999 den Europäischen Theaterpreis. Ihr Lebenswerk wurde 2007 in Tokio mit dem Kyoto-Preis und in Italien mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig geehrt. Im Februar 2008 wurde ihr, als erster Vertreterin der Tanzwelt, der alle drei Jahre vergebenen Goethe-Preis der Stadt Frankfurt verliehen, im März diesen Jahres der internationale Laurence Olivier Award 2009 für ihre legendären Stücke "Café Müller" (UA 1978) und "Das Frühlingsopfer" (UA 1975), aufgeführt im Februar 2008 am Sadler's Wells in London.
Im kommenden Herbst war eine Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur Wim Wenders geplant, der mit Bausch den ersten abendfüllenden Tanzfilm in 3D realisieren wollte. Drehbeginn sollte September 2009 sein. Wenders war es auch, der die Choreographin in seiner Laudatio zur Verleihung des Frankfurter Goethe-Preises 2008 als "Erfinderin einer neuen Kunst" würdigte: "Monumental, epochal und grandios steht das Werk von Pina Bausch heute vor uns". Bei ihr gehe es "um die Durchdringung menschlicher Gefühlswelten". Sie zeige Bewegung als ureigenstes menschliches Kommunikationsmittel.
(Tanztheater Wuppertal / Wikipedia / ape)
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