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Serbischer "Bitef"-Leiter Nikita Milivojevic abgesetzt

18. März 2025. Das Belgrader Stadtparlament hat am 6. März den Vertrag des künstlerischen Leiters des "Bitef"-Festivals, Nikita Milivojevic, überraschend nicht verlängert. Das meldet unter anderem die Presse. Milivojević unterstützt die Studierendenproteste, die nächste Festivalausgabe soll im September stattfinden und derzeit ist unklar, wie das Programm aussehen wird. Inmitten sich verhärtender Fronten zwischen den Regierenden und den Kulturschaffenden war im Februar auch die 53. Ausgabe des Belgrader Filmfestivals "Fest" in die Schusslinie geraten und ohne Angabe von Gründen verschoben worden.

Der 64-jährige Regisseur, der das "Bitef"-Festival seit 2023 leitet, wurde über seine Absetzung in einem kurzen Telefonat informiert, wie er später bestätigte. Sein Vertrag lief damit mitten in der Planung für die nächste Festivalausgabe aus.

In einem Interview auf der Website der Wiener Festwochen, berichtet er, dass es von Anfang seiner Leitung an Diskussionen und Probleme gab. Für Diskussionen sorgte auch Milo Raus Eröffnungsrede des Festivals im vergangenen Jahr, in der Rau seine Unterstützung für die Gegner des von der serbischen Regierung voran getriebenen Lithium-Abbaus bekundete. Milivojevic ist auch Professor an der Academy of Arts in Novi Sad und sprach den protestierenden Studierenden öffentlich seine Unterstützung aus.

Auslöser der Proteste war der Einsturz einer Betonüberdachung am Hauptbahnhof von Novi Sad im vergangenen November. Als am 22. November 2024 eine Gruppe von Theaterstudenten der Fakultät für darstellende Kunst in Belgrad eine Mahnwachn abhielt, wurden sie von vorbeifahrenden Autofahrern angegriffen. Die Studenten besetzten daraufhin die Fakultät und lösten landesweite Proteste aus. Mehr über die Protestbewegung hat Natasha Tripney aufgeschrieben.

(presse.at / festwochen.at / sik)

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