Theater als GmbH - Was aus dem einstigen Heilsversprechen geworden ist
Die Deutschland-GmbH und ihre Theater
von Stefan Rosinski
20. März 2013. Eigentlich sollte es ein erlösender Paukenschlag sein: Nach quälender Debatte um die sogenannte "Zukunftsfähigkeit" des Rostocker Theaters wurde 2010 auf Beschluss der Bürgerschaft das gesamte Personal des Volkstheaters aus dem städtischen Amt in eine GmbH übergeleitet. Doch das Glück war von deprimierender Kurzlebigkeit. Bereits im dritten Jahr ihres Bestehens stand die junge Theater-Gesellschaft mit beschränkter Haftung nahe davor, insolvenzbedingt aufgelöst zu werden.
Die nervenaufreibenden ersten Januarwochen 2013 werfen ein bedenkliches Schlaglicht auf ein Konstrukt, mit dem ein zuschussbedürftiges Unternehmen wie das klassische deutsche Stadttheater in eine insolvenzfähige, privatrechtliche Kapitalgesellschaft (GmbH) umgewandelt wird. Weil es sich einst als Versprechen der Freiheit anließ, haben zahlreiche deutsche Theater diesen Schritt vollzogen. Doch schnell kann er zur existenzbedrohenden Falle für einen Betrieb werden, dessen Leistung verwaltungsrechtlich als "freiwillige" bezeichnet wird. Warum und unter welchen Umständen? Das Rostocker Beispiel darf hier durchaus als pars pro toto für eine jüngere deutsche Kulturpolitik genommen werden, die mit der Beschwörung einer Rechtsform auch einen politischen Hintersinn verbindet.
Crowdfunding - wie das webbasierte Finanzierungsmodell im Theaterbetrieb ankommt
Kollekte für Kreative
von Esther Slevogt
Berlin, 12. Februar 2013. Sie tun es zum Beispiel gerade: Sabine Mittelhammer und Florian Hawemann, sie Schauspielerin und Puppenbauerin, er Musiker und Autor. Auf der Crowdfunding-Plattform "startnext" versuchen sie, für ihr Stück "Tête-Re-Tête" 6000 Euro einzuwerben, die sie für Bühnen- und Puppenbau brauchen. In einem vierminütigen Film stellen sie hier also sich selbst und ihr Projekt vor, das, so verspricht es die versponnene und poetische Atmosphäre des Clips, zu den tieferen Gründen von Glück und Trauer vordringen wird, zur abgründigen Poesie der großen und kleinen Dinge.
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