meldung
Ärger mit Aschenputtel in Kamtschatka
In Russland gehen die Uhren anders
13. Januar 2011. Wie die Webseite von RIA novosti meldet, sorgt ein Skandal in der Region Kamtschatka "für Aufsehen in ganz Russland: Die Provinzverwaltung will in einem Schauspiel über Aschenputtel subversive Anspielungen auf eine umstrittene Kreml-Initiative entdeckt haben."
Den Skandal ausgelöst hatte ein Blog-Beitrag von Michail Maschkowzew, des früheren Gouverneurs von Kamtschatk. In den Silvesterferien habe das Schauspielhaus eine Aufführung über die Abenteuer von Aschenputtel aufgeführt. "Im Märchen stellt der König die Uhr zurück, damit das Aschenputtel den Ball nicht verlässt. Und auf Kamtschatka ließ der Gouverneur kürzlich ebenfalls die Uhren zurückstellen, um Moskau näher zu werden, was auf Massenproteste der Bevölkerung stieß. Vor diesem Hintergrund löste die Szene im Schauspiel heftigen Beifall aus."
Eine Beraterin des derzeitigen Gouverneurs, die die Vorstellung besuchte, habe die Szene als "Verhöhnung der föderalen Macht" verstanden und "gefordert, die Episode aus dem Schauspiel zu streichen", zitierte die Onlinezeitung Gazeta.Ru den Ex-Gouverneur. "Soya Janyschewa, Chefin des regionalen Künstler-Verbandes, bestätigte RIA Novosti, die Gebietsverwaltung habe eine Kommission mit dem regionalen Kulturminister an der Spitze eingesetzt. In einer Sitzung dieser Kommission habe man vom Regisseur tatsächlich gefordert, das Drehbuch zu ändern."
RIA Novosti schreibt weiter: "Im Jahr 2009 hatte Präsident Dmitri Medwedew vorgeschlagen, die Zahl der Zeitzonen in Russland zu reduzieren. Im Frühjahr 2010 stellten sich die Provinzen Tschukotka und Kamtschatka auf die Uhrzeit der Region Magadan um. Im Dezember nahmen rund 3.000 Menschen an einer Protestkundgebung in Petropawlowsk-Kamtschtski teil: Sie forderten die 'gestohlene Zeit' zurück."
Am Donnerstag soll Gouverneur Alexej Kusmuzki eine Prüfung angeordnet haben, um zu klären, ob seine Mitarbeiter wirklich das Verbot einer Silvester-Aufführung im regionalen Schauspielhaus gefordert hatten.
Erst am Vortag hatte die Provinzverwaltung alle Berichte über das Verbot der Aufführung als "Quatsch" zurückgewiesen.
(RIA novosti/ jnm)
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation
-
Nach dem Leben, Nürnberg Empfehlung
-
Die Quelle, Wien Claquere unterwegs
-
Leser*innenkritik Black Rider, SHL Flensburg
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend


Frage an Radio Kamtschatka: Wie spät ist es in Moskau?
Antwort: Immer eine Stunde später als in Aschenputtel.
Putin sollte dringend die Gebrüder Grimm umschreiben lassen. Sonst machen die Ostsibirien tatsächlich noch was die wollen.