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Berlin: Keine Interimsintendanz für die Volksbühne
29. Dezember 2024. Berlins Kultursenator Joe Chialo hofft auf einen Intendanz-Start für die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz noch vor 2027. Damit entfällt aus seiner Sicht die Notwendigkeit einer Interimslösung. Das berichtet Zeit-Online.
"Mein Beratungsgremium und ich diskutieren verschiedenste Möglichkeiten. Ich hoffe, wir finden eine Intendanz, die noch vor 2027 beginnen kann", wird Joe Chialo in dem Bericht zitiert. "Wir sind in konstruktiven Gesprächen und werden im Januar konkreter werden."
Nach dem plötzlichen Tod von Intendant René Pollesch im Februar war zunächst eine Übergangslösung geplant, bevor für 2027 dann die Intendanz neu besetzt werden sollte. Das hierfür vorgesehene Duo Vegard Vinge und Ida Müller wollte dann jedoch nicht antreten.
"Es geht nicht nur um eine Stellenbesetzung, sondern auch um die zukünftige Ausrichtung des Hauses. Frank Castorfs Erbe hat das Haus sehr geprägt", zitiert Zeit-Online Chialo weiter. Es brauche eine neue künstlerische Handschrift für die Zukunft, die jedoch die DNA des Hauses berücksichtige.
(Zeit / sle)
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Künstler*innen waren (und sind) historisch besonders vulnerablen Gruppen assoziiert. Beraubt die neoliberalen Skrupellosen (Gianni Infantino 11/2022: „„Ich habe heute sehr starke Gefühle, ich fühle mich als Katarer, als Araber, als Afrikaner, als Schwuler, als Behinderter, als Wanderarbeiter.“) ihrer antisozialen Realität, maßt euch anti-libertär-identitäre Repräsentation an. Die Geschichte multipler Verwertung von Künstler*innen-Menschen auf allen Bühnen, in allen Betten, Käfigen und Salons der betuchten Kaufmännlichkeitsbesitzer, als Inhaftierte von Freak- und Völkerschau-Spektakeln – taucht in die Geschichten der Verdammten dieser Erde ein: „Die Vergangenheit führt einen heimlichen Index mit, durch den sie auf die Erlösung verwiesen wird. Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Früheren gewesen ist? ist nicht in Stimmen, denen wir unser Ohr schenken, ein Echo von nun verstummten? Ist dem so, dann besteht eine geheime Verabredung zwischen den gewesenen Geschlechtern und unserem. Dann sind wir auf der Erde erwartet worden. Dann ist uns wie jedem Geschlecht, das vor uns war, eine schwache messianische Kraft mitgegeben, an welche die Vergangenheit Anspruch hat. Billig ist dieser Anspruch nicht abzufertigen. Der historische Materialist weiß darum.“ [Walter Benjamin (in seinem Todesjahr 1940). Über den Begriff der Geschichte (II)]
Sicher braucht die Volksbühne eine:n prägende:n neue:n Intendantin oder Intendanten - aber Berlin braucht DRINGEND einen Kultursenator, der dieser Aufgabe gerecht wird!!!!! Diese Stadt lebt ja nun echt nicht von DER WIRTSCHAFT sondern von ihrer kulturellen Vielfalt und Ausstrahlung (ja, das wissen wir eh alle, aber der Senat und der Regierende Bürgermeister haben es nicht begriffen!). (...)
(Anm. Redaktion. Eine überzogene Volte wurde aus dem Kommentar entfernt.)