meldung

Berliner Ikarus-Preise für Junges Theater

Doppelte Ikarus-Preisträger: Theater Strahl © Kay Herschelmann

9. November 2024. Bei der Gala zur 23. Ausgabe des IKARUS Theaterpreis wurden am Freitagabend im Atze Musiktheater die herausragenden Berliner Theaterinszenierungen für Kinder und Jugendliche gekürt. Das teilt der Jugendkultur-Service mit, der die Preise seit 2002 ausrichtet.   

Kindertheater – Preis der Fachjury

ARTISANEN 

OHNE DICH – das geht doch nicht (4+)

Figurentheater ohne Worte - nach dem Kinderbuch von Smriti Halls und Steve Small. Eine Koproduktion von Artisanen mit Schaubude und Figurentheater Grashüpfer  

Aus der Begründung der Fachjury: "Die Artisanen spielen hier mit wenigen Mitteln, dafür mit umso mehr Liebe zum Detail. Jede Kopfbewegung, jedes Pranken- und Pfotenschütteln von Bär und Eichhörnchen sitzt perfekt und lässt uns die Figuren weiter ans Herz wachsen. Dieses feine Figurenspiel ist schon lange ein Markenzeichen der Artisanen. Doch diesmal sind sie ein besonderes Wagnis eingegangen. Gesprochene Sprache ist sonst ein wichtiges Element in ihren Stücken. Diesmal verzichten sie fast vollständig darauf. Umso stärker wirken Gesten, Mimik, Körper- oder besser: Puppensprache.”

Kindertheater – Preis der Jugendjury

Minouche Petrusch

Dschinniya – Das Wesen der Wünsche (6+)

Eine Produktion von Minouche Petrusch in Kooperation mit Theater o.N.  

Aus der Begründung der Jugendjury: "Kleine Anekdoten werden zu einer großen Geschichte verwoben und berühren die verschiedensten Emotionen. Die dynamische und spielerische Gestaltung der Bühne, die ungezwungene Interaktion mit dem Publikum, so wie die freie Bewegung der Schauspieler durch den Raum machen den Besuch von Dschinniya zu einer ganz besonderen Theatererfahrung. Nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene absolut sehenswert!"

Jugendtheater - Preis der Fachjury und Preis der Jugendjury 

Theater Strahl

Wir holen uns die Nacht zurück (14+)

Sprechtheater mit Elementen des Physical Theater.  

Aus der Begründung der Fachjury: "Beeindruckt hat die Jury insbesondere auch der Mut der Inszenierung, nicht einmal ansatzweise den Versuch zu unternehmen, die Fülle an Themen-Schwergewichten, wie Drogensucht, Alkohol am Steuer, Liebe und Sex glattzubügeln oder in Wohlgefallen aufzulösen. Probleme bleiben hartnäckig im Raum, sind aber immerhin aus der Dunkelheit ans Licht gezerrt worden und finden ihr Echo im heimlichen Kern des Stücks: der Co-Abhängigkeit einer überforderten besten Freundin, deren Rettungsversuche sie selbst in Gefahr bringen."

Aus der Begründung der Jugendjury: "Ihr habt es geschafft, sehr ernste Themen auf eine Art und Weise zu präsentieren, die sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht und zum Nachdenken anregt. Besonders hat uns auch die Dynamik des Stückes gefallen. Ohne einen einzigen langweiligen Moment wurden emotionale, lustige oder nachdenkliche stimmende Situationen miteinander verknüpft. Als Zuschauer konnte man sich vollständig vom Stück mitreißen lassen und in die Geschichte eintauchen."  

Die fünfköpfige Fachjury (Maja Das Gupta, Isabel Feifel, Claudius Lünstedt, Stefan Petzoldt, Teresa Schomburg) und eine achtköpfige Jugendjury haben die nominierten Inszenierungen in den Wochen vor der IKARUS-Gala gesichtet und am Dienstag vor der Preisverleihungs-Gala in unabhängigen Sitzungen ihre Entscheidung getroffen. Alle Preise sind mit 2.500 Euro dotiert. 

(JugendKulturService / sd)

mehr meldungen

Kommentar schreiben