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Betriebsrat des Theaters Schwerin prangert Versagen der Kulturpolitik an
Abstrafung in Form einer Insolvenz?
27. März 2011. Angesichts der drohenden, politisch verordeten Insolvenz des Theaters hat der Betriebsrat des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin dem Bildungsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Henry Tesch, in einer Erklärung zum Welttheatertag schweres Versagen vorgeworfen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses seien in Aufruhr, so der Betriebsratsvorsitzende Andreas Fritsch, denn eines der bundesweit erfolgreichsten Theater drohe eine Abstrafung in Form einer Insolvenz, nur weil die Landesregierung ihre Zuschüsse seit 1994 eingefroren hat.
Auch die Idee, das Rostocker Volkstheater, dessen Großes Haus derzeit geschlossen sei, mit Schwerin fusionieren, bezeichnete der Andreas Fritsch als Absurd. "Eine nachweislich gute, gewachsene Struktur wie in Schwerin soll mit einem Haus in einer 100 Kilometer entfernten Stadt zusammenkommen, die ihr Theater über Jahre hinweg bereits zugrunde gerichtet hat? Mit solch Vorschlägen von Menschen, die von Theaterarbeit keine Ahnung haben, kann man sich nur lächerlich machen."
Eine Theaterreform an der die Landesregierung mit vielen hochbezahlten Fachkräften über viele Jahre gefeilt hat, sei gescheitert. Milliarden werden für marode Banken aufgebracht, Jachthafenresidenzen würden subventioniert, Flughafenbetreibern der Kaufpreis erlassen, "aber für den soliden Wirtschaftszweig Theater, der seit Jahrzehnten in der Landeshauptstadt funktioniert und nachweislich zahlungskräftige Kundschaft ins Land holt, ist nicht ausreichend Geld da?"
Eine Produktion des Schweriner Theaters, Herbert Fritschs Inszenierung Der Biberpelz, ist zum diesjährigen Theatertreffen eingeladen. Einigen der beteiligten Schauspielern droht der Erklärung zufolge nun die Kündigung.
(sle)
Hier die Erklärung im Wortlaut.
Mehr Informationen: hier.
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