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Bühnenverein veröffentlicht Theaterstatistik 2022/23
15. März 2025. Der Deutsche Bühnenverein hat seine Statistik der Spielzeit 2022/23 veröffentlicht. Die Statistik gibt einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen der Theater und Orchester Deutschlands in öffentlicher Trägerschaft sowie der Privattheater, freien Produktionshäuser und Festspiele.
In einer Pressemitteilung heißt es, die Saison 2022/2023 sei durch die Auswirkungen der Energiekrise geprägt gewesen. "Weder diese noch die aufkommende Angst vor einer erneuten Schließung der Bühnen aus energiepolitischen Gründen verhinderten aber, dass die Menschen nach der Pandemie wieder zurück in die Theater und Orchester strömten. Die Zahl der Veranstaltungen an den Mitgliedsbühnen des Bundesverbandes der Theater und Orchester stieg um rund 15 Prozent deutlich an in Richtung Vor-Corona-Niveau, die Zahl der Besuche sogar um 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 22,4 Millionen Besuchen manifestieren die Theater und Orchester klar, dass ihnen eine wichtige Bedeutung in der Gesellschaft zukommt."
Weiter heißt es: "Die Betriebseinnahmen stiegen um rund 61 Prozent an, die Zuweisungen hingegen erhöhten sich nur um 0,7 Prozent. Vor dem Hintergrund der wegen des Tarifabschlusses im Öffentlichen Dienst von April 2023 um rund 7 Prozent gestiegenen Personalkosten und einer Steigerung von sogar 12 Prozent bei den Sachkosten lässt sich an diesen Zahlen die Finanzierungkrise der öffentlich getragenen Häuser statuieren."
Für die aktuelle Statistik seien zum ersten Mal Informationen zum unbereinigten Gender Pay Gap abgefragt worden. Dieser vergleicht die Bruttostundenverdienste von Männern und Frauen. "Im Bundesdurchschnitt lag dieser Pay Gap 2023 bei 18 Prozent. Der Pay Gap bei den tarifgebundenen Mitarbeiter:innen der Theater und Orchester liegt bei rund 8 Prozent und bei den Beschäftigten mit frei verhandelten Verträgen bei 12 Prozent. Er liegt damit nicht nur deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, sondern auch überdeutlich unter dem Wert, der für die Kulturbranche von anderen Verbänden oder Gewerkschaften veröffentlicht wurde."
Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins, erklärt: "So erfreulich und ermutigend die Veranstaltungs- und Besuchszahlen sind, so klar erkennbar ist gleichermaßen, dass die Bühnen sich in einer Finanzierungskrise befinden: Deutlich steigende Kosten stehen nur mäßig steigenden Zuwendungen gegenüber. Auch wenn die Situation der öffentlichen Haushalte alle Bereiche betrifft, so stehen wir als Verband hinter den Theatern und Orchestern: Die Verantwortung der öffentlichen Hand für die Kultur im öffentlichen Raum kann und darf gerade jetzt nicht zur Disposition gestellt wer- den. Die vorgelegten Zahlen und Entwicklungen belegen deutlich die Bedeutung der Bühnen für die Gesellschaft."
Die Statistik steht ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung.
(Deutscher Bühnenverein / miwo)
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Die Erkenntnisse habe ich meinem Blog veröffentlicht:
https://publikumsschwund.wordpress.com/2025/03/14/entwicklung-der-besuchszahlen-der-offentlich-geforderten-theater-in-deutschland-von-2018-19-bis-2022-23/
Dort gibt es auch den Link zu meinem Buch mit zahlreichen Erkenntnissen aus fast 70 Jahren Theaterstatistik, nicht nur zum Theater, sondern auch zum Musiktheater, zu Ballett/Tanz und zu den Konzerten der Theaterorchester, der freien Orchester und den Rundfunkorchestern.
Eben widme ich mich den Daten aus Österreich, die in stark verkürzter Form seit 1969/70 im Anhang der Theaterstatistik aufgeführt werden. Leider auch nicht vollständig, aber für einen Überblick reicht es schon mal. Dazu folgt demnächst ein Blogbeitrag und ev. ein Podcast...