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Christopher Rüping lehnt Berliner Preisgeld ab
4. Mai 2025. Regisseur Christopher Rüping ist mit dem Theaterpreis Berlin 2025 ausgezeichnet worden. Auf der eben im Haus der Berliner Festspiele zu Ende gegangenen Preisverleihung hat er das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro abgelehnt. Angesichts der Kürzungen im Kulturetat des Landes Berlin, wolle der Regisseur kein Geld "aus den Händen des Senats" annehmen.
Rüping spendet das Preisgeld an die von den Kürzungen betroffenen Organisationen und Institutionen gemäß ihrem Anteil am Gesamtvolumen der Streichungen. Es seien 57 Einrichtungen, "deren Bankverbindungen sich ermitteln lassen", so Rüping. "Insgesamt sind damit 0,018 Prozent der vom Senat beschlossenen Kürzungen zurückgenommen", heißt es in der Rede, die Esther Slevogt für nachtkritik.de mitgefilmt hat.
(chr / sle)
Video von der Preisverleihung
Video von Esther Slevogt
Update vom 5. Mai 2025. Zum Preisgeld des Berliner Theaterpreises und den damit verknüpften Verantwortlichkeiten senden die Stiftung Preußische Seehandlung in Person des Vorstandsvorsitzenden Dr. Hans Gerhard Hannesen und Theaterpreisträger Christopher Rüping eine gemeinsame Pressemitteilung, die wir hier im vollständigen Wortlaut wiedergeben:
Anlässlich der gestrigen Verleihung des Theaterpreises der Stiftung Preußische Seehandlung im Rahmen des Theatertreffens im Haus der Berliner Festspiele möchten die Stiftung und der diesjährige Preisträger, Regisseur Christopher Rüping, eine Einordnung zur Finanzierung des Preisgeldes leisten.
Der Theaterpreis der Stiftung ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jährlich durch eine unabhängige Jury vergeben. Das Preisgeld wird vollständig und seit der erstmaligen Vergabe im Jahr 1988 aus Mitteln der Stiftung Preußische Seehandlung bereitgestellt. Die Stiftung finanziert sich aus eigenen Mitteln und agiert finanziell unabhängig vom Landeshaushalt. Die Preisverleihung selbst wird durch einen Zuschuss der Senatskanzlei Berlin ermöglicht.
Christopher Rüping hat auf der gestrigen Preisverleihung angekündigt, das Preisgeld an Institutionen zu spenden, die von den aktuellen Kürzungsplänen des Landes Berlin betroffen sind.
Dr. Hans Gerhard Hannesen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Preußische Seehandlung führt dazu aus: "Die Debatte um öffentliche Kulturförderung ist wichtig. Umso mehr liegt es uns am Herzen, die Rahmenbedingungen des Theaterpreises der Stiftung Preußische Seehandlung sachlich zu erläutern. Wir respektieren Christopher Rüpings Entscheidung ausdrücklich – sie ist ein starkes Zeichen künstlerischer Verantwortung und zivilgesellschaftlicher Haltung in einer kulturpolitisch schwierigen Zeit."
Christopher Rüping erläutert: "Meine Entscheidung, das Preisgeld an die von den Kürzungsplänen betroffenen Institutionen zu überweisen, ist eine Reaktion darauf, dass der Theaterpreis Berlin vom Regierenden Bürgermeister verliehen wird, der gleichzeitig auch der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Preußische Seehandlung ist. Da dieser gemeinsam mit dem Senat, dem er vorsitzt, die massiven Kürzungen verantwortet, fühlt es sich für mich falsch an, das Preisgeld anzunehmen. Ich danke der Stiftung Preußische Seehandlung dafür, dass sie diese Entscheidung respektiert, und für ihr Engagement zur Förderung von Kunst und Kultur, das in diesen Zeiten wichtiger ist denn je."
Hier die Liste der Institutionen, die Rüping bedenken will.
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Es muss aber klargestellt werden, dass das Preisgeld, welches er weitergibt, NUCHT aus dem Berliner Senat stammt, sondern aus der unabhängigen rein privat sich tragenden Stiftung Preußische Seehandlung. Diese Stiftung agiert seit 40 Jahren als reine Privatstiftung unabhängig von Regierungen. Es ist also eine Weitergabe von 20.000€ aus privatem Geld.
Ohne Stiftungen, wie die Preußische Seehandlung könnten sich z.B. viele Schriftsteller:innen zwischen ihren Werken nicht über Wasser halten. Die staatliche Mittelvergabe ist nämlich oft nur für die großen Häuser gedacht und die Einzel-/ Solokünstler:innen, die kleinen Projekte gehen leer aus und an den Gagen wird als erstes gespart.
Es sollten sich mehr Stiftungen und Privateers für die Kunst finanziell einsetzen. Ganz nach dem Motto dieser Stiftung.
... teilen ihre Preisgelder nicht einmal mit den Teams die sie jahrelang ausbeuten. Tolle Geste!
Genauso mit Selbstzweck um moralisch besser dazustehen, obwohl konkret vorher-nachher man weder was tut, auslöst im offen-transparenten Diskurs, noch selber konkret was angeht, macht.
Als Kolleg:in würde ich mich verarscht fühlen, weil es irgendwie impliziert, als wäre es falsch dieses Geld anzunehmen.
Das ist so eigentlich eher nur umverteilen, als teilen. Und das aus einem Pott, das nunmal mit dem kritisierten und den Umgang damit nichts zu tun hat.
Legen wir doch Gagen und Löhne von Leitungen und Gästen im Verhältnis zu Festangestellten offen.
Reden wir doch dann genauso transparent über die Gagen, - und Arbeitsleistung,- und Eigeninteressen der Gäste, die weitaus stärke verhandeln können mit Leitungen, als manche Festangestellte. Da kommt man immer mit Gagengefüge des Hauses uswusw. Und auch die neue Mindestgage wird wieder angefangen für Kolleg:innen anzubieten, die auf Grund ihrer Dienstjahre mehr als das kriegen müssen. Auch gemäß neuem NV so geregelt. Aber die Leitungen setzen es nicht um und wenden die stetige endlos steigende Mindestgage an und berücksichtigen nicht die in der Branche geleisteten Dienstjahre.
Wie damals als die Mindestgage noch bei 1550,- 1600,- oder 1800,- war. Die uralte Schallplatte kann man nicht mehr hören.
Die Realität des Problems zB mit NV ist weiterhin und seit zig Jahren nicht, dass was es auf dem Papier ist, sondern zu was es an den Häusern umgedeutet "als sog. und selbstdefinierten Usus" umgesetzt wird.
Und Gäste kümmern sich halt parallel dazu nur schlussendlich darum, dass sie mit ihren Produktion und Rolle gut bei alldem rumkommen und was vom Kuchen gut abkriegen. Sei es Geld, sei es Produktionskonditionen.
Das ist nichts anderes als einen endlose Neiddebatte. Die viele weiterhin bedienen und mitmachen. Auch die freischaffenden Gäste.
Das Problem der Berliner Häuser löst es nicht, dieses Preisgeld so umzuverteilen.
Eine veritable Veränderung löst es auch nicht aus.
Und Gastteams sind Teil des Problems. Wodurch ein Interessenausverkauf (von Hausregelungen, Arbeitsbedingungen und Produktionsbedingungen und Einigungen und ursprünglichen Vereinbarungen) wie im Sale an den Häusern seit Jahren stattfindet. Weil Interesse von Gast-Teams "um jeden Preis und Gage" bedient werden. Was das betriebsintern auslöst, verursacht, ist weiterhin bitteschön mitzumachen und zu dulden. Das Schweigekodex der Branche halt. Selbst darin werden Gäste weder gleich noch gerecht behandelt. Aber dazu schweigt man auch. Weil man ja einen nächsten Deal sich erhofft immer....
Die Häuser haben was verschlafen:
Die Fixkosten sind zu hoch und werden immer höher. Und hierauf finden wir alle keine Antwort.
Hauptanteil Fixkosten sind die Personal,- und Energiekosten.
Wir stecken fest. Nun kommt es seitens Politik zu was es schon vor Jahren hätte kommen müssen in diesem Stillstand und bei stetig steigenden Kosten: Beschneiden und umverteilen.... die Schere geht einfach noch weiter auf. Wir erwirtschaften immer weniger das, was wir ausgeben. Auch moralisch- ideologisch. Nicht nur finanziell.
Jetzt fühlen sich manche durch diese Sache besser. Thats all. Sei es drum. Aber was wirklich ändert sich dadurch nicht.
Dafür müsste die Branche Willens sein, bereit sein und konsequent für Veränderung. Und das ist sie nicht.
kann mir bitte wer den Beitrag #9 von Arkadij Zarthäuser erläutern etwas? Ich kann 4 Sprachen, aber das verstehe ich nicht: Inhaltlich nicht und von der Syntax und Semantik her nicht, ich gucke auf Sätze mit Zwischensatz auf Zwischensatz und zähle Kommas. Und das mit Matthäus aus der Bibel und Ingeborg Bachmann auch nicht: Wer hat hier mit sowas vorher argumentiert?... ich checke es wirklich nicht.
Ich glaube der einzige Teil, den ich da verstehe, ist, "gute Eröffnung" als Argument. Okay.
- Naja: Eben.
Meinerseits bleibt es: Genau das ist es ja. Man kann es so wahrnehmen, ein Anfang, Eröffnung.... aber für/auf was konkret? Und wird das wirklich angegangen. Oder nur wieder angekündigt und dann wieder Nüschts mehr. Ist halt einfach weitverbreitete Praxis der Branche leider, das reden und dann Nichts machen oder Gegenteiliges, einfach inkonsequent bleiben....Die Konsequenz so einer (sog. persönlichen) Entscheidung entsteht über die Zeit und durch weitere Taten. Ich zweifle an, dass da jenseits dieser "Aktion" noch was größeres kommt. Also verschwindet und verpufft es, wie so manches, am abendlichen Theaterhorizont wie eine moralisch-symbolische Sternschnuppe aus einer persönlich-vergänglichen Auffassung einer Preisverleihung & Berliner Situation.
Ich glaube einfach: Es ging C.Rüping um eine Form von Signal-Auslösen Richtung Politik und eine gewisse Symbol-Solidarität gegenüber Berliner Szene & Kollegen.... Aber Signale und Symbole bleiben auch irgendwie Oberfläche, Fassade, Transparente oder Plakate für die Theaterfassaden,- und Schaukästen.
Dieses persönlich Nicht-Annehmen oder Spenden/Umverteilen speziell, so, konkret löst nichts wesentlich. Leider. Aufgeteilte Paar Tropfen....
Und ich finde, es geht in der Branche derart ums Geld, den Pott, die Schere, nicht nur weil wir auch als Teil der aktuell leider nicht so ganz flutschenden deutschen Wirtschaft sind, sondern weil wir auch als Branche was an Veränderung zum Teil selber verschlafen haben über einige Jahre intern auch im Umgang mit den Zahlen, Finanzen und weiterhin Nichtzuständigkeiten, Nichtverantwortung, Inkonsequenz und Vitamin-B/Wer-mit-Wem/Befindlichkeiten unsere Betriebe bestimmen und dominieren. Beeinflusst von vielen: Von Innen und Außen. Die sich für Effizienz, Konsequenz, Rationalität, Pragmatik und gelebte & wirklich umgesetzte Fairness und Wandlung einsetzen, werden marginalisiert, geschnitten, gemobbt usw. Der Status Quo vom geilen Eigenbild muss bestehen bleiben und verteidigt werden. Immer... Um jeden Preis.... Jetzt werden wir uns einfach Stepp by Stepp bei der Kohle nicht mehr einig und wollen wohl weiterhin alles wie bisher gehabt bedienen.... Jetzt fliegt es halt uns um die Ohren (regional und je nach Haus unterschiedlich), der innere Stillstand mit weniger Geld. In der zugespitzten Situation mit all den Zahlen. Das gärte aber schon sehr lange. Wir sind leider weiterhin sehr ignorant und unauthentisch: Unsere Selbstreflexion und Anamnese stimmen null. Wir rennen mit dem Sturkopf Richtung Wand weiter. Der Aufprall wird weh tun.
wohl (!) dazu verurteilt sein wird, wie ein Tropfen auf dem heißen Stein zu wirken. Das kann ja tatsächlich auch so kommen, obschon schwer einschätzbar ist, was bereits ausgelöst wurde
(siehe die statements des ehemaligen Kultursenators und der neuen Kultursenatorin). Der Ball
wurde gerade auch in die benachbarten Kulturfelder gespielt, so verstehe ich das; es wird im Endeffekt das sein, was „wir“ daraus machen bzw. wie das von den Nachbarfeldern her beantwortet wird, oder ??