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Eisenach: ASSITEJ-Kritik an Schließung der Jungen Sparte

14. Juni 2024. In einem Offenen Brief wendet sich die Vereinigung der Theater für junges Publikum ASSITEJ Deutschland gegen die Schließung der Jungen Sparte am Landestheater Eisenach. Im März war bekannt geworden, dass das Haus zur kommenden Spielzeit aus finanziellen Gründen die Junge Sparte in der Schauspielsparte auflöst.

"Damit lässt das Theater Kinder und Jugendliche in und um Eisenach im Stich", kritisiert die ASSITEJ. "Schulen, Kitas und Familien fahren in der Regel nicht viele Kilometer ins nächste Kinder- und Jugendtheater, sondern nutzen Angebote vor Ort – wenn es diese gibt". Mit Nachdruck verweist das Schreiben (das hier komplett nachzulesen ist) auf die Erfolge der Eisenacher Jungen Sparte, die in Bundes-Förderungen und reger Gastspieltätigkeit bestanden hätten.

Nach der Abschaffung der eigenen Sparte müssten Produktionen für junges Publikum und die theatrale "Grundversorgung" für junge Menschen nun jede Spielzeit neu im Spielplan eingestellt und fokussiert werden. Die ASSITEJ bietet hierbei ihr Mitwirken an.

Zuletzt war Kritik an den Führungsentscheidungen am Verbundtheater Meiningen und Eisenach laut geworden, die Intendant Jörg Neundorff von Enzberg gegenüber dem MDR zurückwies.

(ASSITEJ / sueddeutsche.de / mdr.de / chr)

Kommentare  
Eisenach schließt Jugendsparte: Im Spielplan schauen
Die Aussage dass das "Theater die Kinder in und um Eisenach im Stich lässt" ist sachlich falsch. Hätte ASSITEJ sich die Mühe gemacht, den Spielplan für 2024/25 des Landestheaters Eisenach ( online auf der Theaterwebsite ansehbar) anzuschauen würden die Kolleg:innen sehen, dass es zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche gibt : 3 Neuinszenierungen ( "Hase Primel", das Weihnachtsmärchen "Weihnachtsgans Auguste" und "Die Kleine Hexe") ausserdem werden 2 Produktionen wiederaufgenommen ( "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" und "Frau Müller muss weg). Die neue Schauspielsparte bietet zusätzlich Schulvorstellungen für die Neuinszenierung von Goethes "Faust" an. Ausserdem wurde die Stelle ein:er Theaterpädagog:in geschaffen.
Eisenach schließt Jugendsparte: Brief lesen
Hätte sich die Kollegin die Mühe gemacht, den Brief von der ASSITEJ richtig zu lesen, würde sie feststellen, dass der Vorstand sehr wohl den Spielplan gelesen hat und zum Beispiel den Verzicht auf Jugendproduktionen bemerkt („Faust“ ist da sicherlich keine Jugendthematik, sondern bloße Schullektüre und die in Thüringen nicht mal verbindlich). Die WA von FRAU MÜLLER als Junges Theater zu bezeichnen, ist auch eher dürftig. Diese Produktion war im Spielplan als Abo-Zugeständnis der bisherigen Jungen Sparte gedacht. DIE KLEINE HEXE und WEIHNACHTSGANS AUGUSTE sind zugekaufte Ausstattungen anderer Theater, HASE PRIMEL ein ableistisches Stück (Sprach-Störung wird hier als niedlich stilisiert), welches in der Probebühne für 30 Zuschauende zur Premiere kommt. Kurzum: Die Angebote werden runter gefahren und haben nichts mehr mit innovativen-zeitgenössischen KJT zu tun. Und das jetzt endlich nach 19 Jahren Junges Schauspiel ohne Theaterpädagogik-Stelle endlich eine kommt, blanker Hohn für die bisherigen Kolleg*innen und trotzdem immerhin was.
Eisenach schließt Jugendsparte: Ignoranz
Mir fiel auch auf, dass der Intendant im Spielzeitheft erklärte, dass der Kinder- und Jugendspielplan noch Fokus hat, aber jetzt lese ich im Heft von drei Kinderstücken ... Jugendliche kommt als Zielgruppe gar nicht mehr vor. - Die ASSITEJ bietet ihre Expertisen und das Gespräch an. Besorgniserregend ist, dass es schon einen ersten Brief gab und der schlichtweg ignoriert wurde.
Eisenach schließt Jugendsparte: Zoff und Beef
https://www.thueringer-allgemeine.de/kultur/article406587989/toxisches-arbeitsklima-fuehrungskraefte-der-theater-eisenach-und-meiningen-zur-fortbildung-verpflichtet.html

In der Thüringer Allgemeinen wird das Problem direkt klein geredet ... "provoziert es doch die Frage, worum es aktuell gerade geht: um eine künstlerische Ausrichtung oder um grundlegendere Nöte. Nun, zumindest geht es in beiden Fällen wohl um Macht und Selbstermächtigung." ... Ich würde sagen, dass es eben gerade um beides geht, darum das junge Menschen Anrecht auf Kultur haben und darum, (.... wie ein Haus geleitet wird).

Übrigens: Es lohnt sich einmal alle Einträge zu Eisenach auf Nachtkritik.de zu lesen, das ist ja immer direkt Zoff und Beef los.

(Anm. Redaktion. Eine Tatsachenbehauptung, die der Überprüfung bedarf, wurde aus dem Kommentar entfernt.)
Eisenach schließt Jugendsparte: Neues Licht
Der neuste MDR Bericht wirft ein ganz anderes Licht auf die Aktion des Offenen Briefs und erscheint nun wie eine Racheaktion von nicht Weiterbeschäftigten: https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/west-thueringen/eisenach/landestheater-mobbing-vorwuerfe-umbruch-kultur-news-100~amp.html?fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAAaaOO1A_QyIaIzS9zgQ9AmBFaEnTclTaFI3EElGDRy9LEwC4pjdeN0ynMPM_aem_B2JvCDeZLQYIgDDwQQdZ_Q
Ich wünsche dem neuen Schauspielteam einen tollen Start, das Theater kann frischen Wind gut gebrauchen!
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