meldung
Günther-Rühle-Preis 2025 für Lucia Kotikova
Lucia Kotikova in "Blutbuch" © Yoshiko Kusano
28. März 2025. Der von der Stadt Bensheim gestiftete Günther-Rühle-Preis geht an die Schauspielerin Lucia Kotikova. Das gab die Kommune heute zum Abschluss der "Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler" bekannt.
Die Jury, bestehend aus Christiane Altenburg (Verlag der Autoren), Florian Krumb (Gymnasiallehrer und Leiter der Theater-AG am Alten Kurfürstlichen Gymnasium) und Paul Berg (Dramaturg am Theater Heidelberg) würdigte damit Kotikovas Spiel im Berner Soloabend "Blutbuch" (nach dem vielfach ausgezeichneten Roman von Kim de l’Horizon), "das zu einer Sammellinse des Texts wurde", wie es in der Laudatio der Jury heißt: "Diese Linse bündelte, sie intensivierte und – wenn wir sie lange genug lassen – brennt sie auch das eine oder andere Papier durch und hinterlässt Spuren (…). Fragil und gleichzeitig kontrolliert brillierte Kotikova in einem virtuosen Spiel mit Brüchen, mit purer Durchlässigkeit für eine Amplitude an Tönen und erzählerischem Sog. Die Grenzen zwischen Bühne und Publikum lösten sich auf, wurden zu emotionaler Nähe oder distanzierter Reflexion. Ihr Spiel wurde zu einem verbindenden Glied, das mit herausstechender Direktheit genau dahin zielte, wo es Resonanz erzeugt." Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.
Lucia Kotikova, geboren 1998 in Dortmund, kommt aus einem jüdisch-ukrainischen Elternhaus. Sie studierte von 2017 bis 2021 Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Während des Studiums spielte sie am Staatstheater Hannover. Unter anderem arbeitete sie mit Regisseur*Innen wie Marie Bues, Roger Vontobel, Sara Ostertag, Sebastian Schug, Mathias Spaan und Ruth Mensah zusammen. Am Schauspiel Bern trat sie in der Spielzeit 2021/2022 ihr Erstengagement an, wo sie seither zahlreiche Rollen spielte und unter anderem für ihren Blutbuch-Monolog als Nachwuchsschauspielerin des Jahres ausgezeichnet worden ist. Aktuell spielt sie an den Bühnen Bern unter anderem Hannah Arendt im Stück "Eichmann. Wo die Nacht beginnt".
Den Publikumspreis erhielt Lilly-Marie Vogler für ihre Solo-Darstellung in dem von ihr selbst verfassten Stück "Iphigenies Rache".
(Stadt Bensheim / miwo)
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne


neueste kommentare >