meldung
Heilbronn: Intendant Axel Vornam hört 2026 auf
Axel Vornam © Theater Heilbronn
28. Oktober 2024. Axel Vornam, Intendant des Theaters Heilbronn, hört zum Ende der kommenden Spielzeit auf. Das teilt das Theater Heilbronn in einer Presseaussendung mit. Zum 31. August 2026 werde er nach 18 Jahren als Intendant und Geschäftsführer die Leitung des Hauses abgeben, die er seit 2008 inne hat.
"Mit dann 69 Jahren ist für mich Schluss. Zeit, dass eine neue Generation das Ruder übernimmt", wird aus Vornams Begründung für seinen Entschluss zitiert. Er habe ihn bereits 2021 öffentlich gemacht, als er seinen Vertrag ab 2023 nur noch um drei statt um fünf Jahre verlängerte.
Axel Vornam wurde 1956 in Castrop-Rauxel geboren und wuchs in Leipzig auf. Ab Mitte der siebziger Jahre war er als Schauspieler und Regisseur am Studententheater der Karl-Marx-Universität Leipzig, dem "Poetischen Theater Louis Fürnberg" tätig. Von 1980 bis 1985 studierte er Regie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Seine Diplominszenierung an der Volksbühne wurde mit dem Kritikerpreis der Berliner Zeitungen ausgezeichnet. Sein erstes Engagement hatte er von 1985 bis 1988 als Hausregisseur am Meininger Theater, anschließend war er bis 1995 Schauspieldirektor am Theater Rudolstadt. Von 1995 bis 1998 leitete er das Schauspiel in Greifswald/Stralsund. Von 1998 bis 2001 war er freischaffend als Regisseur tätig, von 2001 bis 2003 Chefregisseur am Landestheater Schleswig-Holstein. In den Jahren 2003 bis 2008 war er Intendant und Geschäftsführer am Theater Rudolstadt.
Axel Vornam baute das Theater Heilbronn im Laufe seiner Intendanz zu einem zentralen Kulturort der Region mit vier Spielstätten aus und etablierte am Haus mehrere internationale Festivals. Seit 2009 findet jährlich im Mai das Festival "Tanz! Heilbronn" mit herausragenden Arbeiten des zeitgenössischen Tanzes statt. 2012 holte Vornam die IMAGINALE, das internationale Festival animierter Formen mit ins Haus. Seither gehört Heilbronn fest zum Verbund der sechs Orte in Baden-Württemberg, die dieses Figurentheaterfestival austragen. Seit 2019 veranstaltet das Theater Heilbronn gemeinsam mit dem Science Center experimenta in Heilbronn biennal das Festival "Science & Theatre", zu dem auch ein internationaler Autorenwettbewerb gehört.
Die Stadt Heilbronn hat die Stelle für die Theater-Intendanz neu ausgeschrieben. Aktuell beschäftigt sich die Findungskommission unter Leitung von Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel mit der Auswahl der Bewerber*innen. Neben sachkundigen kommunalen Politikern seien auch der Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg des Deutschen Bühnenvereins Ulrich von Kirchbach, die Intendantin Nicola May und die Journalistin Elisabeth Maier in der Findungskommission vertreten, außerdem mit Gabriel Kemmether ein Vertreter des Schauspielensembles und mit Henry Bickel der Vorsitzende des Personalrates des Theaters Heilbronn sowie in beratender Funktion die stellvertretende kaufmännische Betriebsleiterin Bettina Reinhart. Bis Februar 2025 soll der Vertrag mit der Nachfolge von Axel Vornam unterzeichnet sein.
(Theater Heilbronn / sle)
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation
-
Nach dem Leben, Nürnberg Empfehlung
-
Die Quelle, Wien Claquere unterwegs
-
Leser*innenkritik Black Rider, SHL Flensburg
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend


Warum sollte am Ende einer Jahrzehnte umspannenden künstlerischen Karriere die brennendste Frage sein, auf welcher Grundlage die Eltern des damals 11 jährigen ihre Entscheidungen getroffen haben? Möchte man damit vielleicht eine gewisse, dem Kind und damit auch dem späteren Erwachsenen innewohnende Sympathie und Nähe zur DDR und deren führenden Figuren suggerieren? Mit dem Resume eines Theaterlebens hat das jedenfalls rein gar nichts zu tun.
Andere Fragen sind an dieser Stelle viel relevanter. Was war, was wird bleiben, welche Handschriften hat die Stadt in der Zeit erlebt? Vornam wird ein unfassbar waches, interessiertes und begeisterungsfähiges Publikum hinterlassen, die Daumen sind gedrückt, dass die Nachfolgerin oder der Nachfolger eben darauf aufbauen können.