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Klaus Dörr wird Geschäftsführer der Bühnen Halle

10. Mai 2025. Der Theatermanager Klaus Dörr wird neuer Gechäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH). Das teilt die Stadt Halle mit. Der Mitteilung zufolge wurde der Vertrag am 8. Mai unterzeichnet. Dörr wird sein Amt zum 1. Juli 2025 als Nachfolger von Uta van den Broek antreten, die die Bühnen Halle Ende Juni verlässt.

Klaus Dörr, 1961 in Neustadt an der Weinstraße geboren, studierte in Berlin Wirtschaftswissenschaften und schrieb seine Abschlussarbeit über die Möglichkeiten und Grenzen ökonomischer Steuerung von Theatern am Beispiel der Berliner Ensemble GmbH. Seine Theaterlaufbahn begann er als Assistent des Technischen Direktors des Berliner Ensembles. Es folgten Tätigkeiten als Produzent, Produktionsleiter und Berater für freie und institutionelle Theater. Im Jahr 2006 wurde er zum geschäftsführenden Direktor des Berliner Maxim Gorki Theaters berufen. Von 2013 bis 2018 war er künstlerischer Direktor und stellvertretender Intendant des Schauspiels Stuttgart.

Im März 2018 wurde Klaus Dörr zunächst als geschäftsführender Direktor der Volksbühne Berlin berufen, dann im April nach dem abrupten Ende der Intendanz Dercon zum kommissarischen Intendanten der Volksbühne ernannt. 2021 verließ Dörr die Volksbühne wegen von ihm stets bestrittener Machtmissbrauchsvorwürfe, die sich später als haltlos erwiesen. Den Prozess gegen die taz, die diese Vorwürfe veröffentlicht hatte, gewann Dörr im Sommer 2022. Klaus Dörr ist zunächst für den Zeitraum von fünf Jahren, bis einschließlich 30. Juni 2030, zum Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) bestellt.

Die TOOH betreibt die Halleschen Bühnen laut Eigenbeschreibung als Mehrspartenhaus. Zu den Bühnen gehören die Staatskapelle mit dem Händel-Festspielorchester, die Oper Halle mit Ballett-Ensemble, das Neue Theater mit Thalia Theater sowie das Puppentheater. Der Geschäftsführer lenkt das Mehrspartenhaus in kaufmännischen und organisatorischen Angelegenheiten. Das schließt die Steuerung von Budgetvorgaben sowie Aufsicht und Umsetzung der vertraglich zwischen Stadt und Land festgeschriebenen Finanzierungszusagen für den Betrieb der Halleschen Bühnen ein.

(halle.de / wikipedia / sle)

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Kommentare  
Klaus Dörr nach Halle: Rufmord
"...die sich später als haltlos erwiesen." Vier gestohlene Lebensjahre. Und wie steht es mit der Gerechtigkeit? Erhielt die Redakteurin, die das Gerücht in die Welt gesetzt hat, vier Jahre Berufsverbot? Keine Frage: sexuelle und andere Formen der Belästigung (Schikanen gegenüber Abhängigen, Drohungen mit Entlassung oder Lohnkürzung etc.) gehören zum Alltag und bekämpft. Dass dafür in den vergangenen Jahren Öffentlichkeit hergestellt und die Sensibilität geschärft wurde, ist ohne Abstriche positiv zu bewerten. Aber dass ein Unschuldiger per Generalverdacht für die Vergehen anderer die Schulden bezahlen soll, ist unerträglich. Wer das schweigend hinnimmt, will weder die potenziellen und tatsächlichen Opfer schützen, noch gar der Gerechtigkeit dienen. Er oder sie beteiligt sich vielmehr an Rufmord, Verleumdung und übler Nachrede, und die dürfen nicht milder beurteilt werden als das angebliche, nur der Fantasie der Denunzianten entspringenden Vergehen selbst. Für alle Fälle: der vorhersehbare Widerspruch wird nur zur Kenntnis genommen, wenn er mit Argumenten begründet wird.
Klaus Dörr nach Halle: Zustimmung
Ich stimme #1 zu. Das war ein ungerechter, furchtbarer Vorgang in Berlin.
Klaus Dörr nach Halle: Freude
Ich freu mich sehr, dass Klaus Dörr wieder in der Theaterwelt ist ! Alles Gute Ihnen ! Es sei Ihnen gegönnt , dass Sie eine gute Zeit haben !
Klaus Dörr nach Halle: Gerüchte?
(...) Es ist falsch. dass die "Machtmissbrauchsvorwürfe ... sich später als haltlos erwiesen", wie NK schreibt. Das betraf nur den sogenannten "Upskirting"-Vorwurf", gegen den Dörr klagte.
Klaus Dörr nach Halle: Kompliment an Halle
Klaus Dörr selbst hat bei seinem Rücktritt an der Volksbühne zugestanden, dass er Fehler gemacht hat. Dafür hat er dann Verantwortung übernommen. Juristisch waren diese Fehler aber nicht strafbar. Diese Unterscheidung fällt bei diesen Fällen vielen Theaterleuten im Zorn und im Ruf nach ewiger Bestrafung schwer. Und dass Menschen nach nicht einmal strafbaren Fehlern eine neue Chance bekommen können, finden viele in der Theaterwelt undenkbar. Alle wesentlichen Prinzipien des Rechtsstaats wie Unschuldsvermutung, Beweiszwang, Ziel von Strafe ist Resozialisierung nicht Rache usw. gelten beim Presse-SocialMedia-NachtkritikKommentar-Schnellgericht oft nicht, da reichen anonyme Vorwürfe, Mutmaßungen und weiße Männer um jemandem jede berufliche Zukunft zu blockieren.
Differenzierung ist aber essentiell: Dörr hat Fehler gemacht und sie eingeräumt. Er war rechtlich unschuldig und jetzt bekommt er eine neue Chance und kann es besser machen. Viele ähnliche Fälle bekommen keine neue Chance. Also Kompliment an Halle. Dort verstehen sie die wesentlichen Regeln und Werte unseres kostbaren Systems.
https://www.n-tv.de/panorama/Intendant-der-Volksbuehne-tritt-zurueck-article22427304.html
Klaus Dörr nach Halle: Solide Grundlage
#1
Sehr geehrter Herr Rothschild, sie schreiben, auf ihren vor Empörung nur so triefenden Kommentar, muss man mit Argumenten antworten (zweierlei Maß, aber ok). Also legen wir los.
Sie rechtfertigen den Vorwurf des Rufmords damit, dass die Journalistin ein „Gerücht in die Welt gesetzt“ habe. Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Richtig ist: Der strafrechtlich relevante Vorwurf des Upskirting konnte nicht belegt werden. Aber das war keineswegs das einzige problematische Verhalten, das zur Sprache kam. Im Zentrum steht das tyrannische, sexistische und herabwürdigende Verhalten einer Führungskraft gegenüber Mitarbeiterinnen.
Die Journalistin hat mit mehreren betroffenen Frauen gesprochen. Aufgrund der Häufung und Übereinstimmung der geschilderten Fälle hatte sie eine solide Grundlage, die Vorwürfe zu veröffentlichen. Bereits vor Erscheinen des Artikels hatten sich Mitarbeiterinnen an eine Schlichtungsstelle gewandt – und das macht man im Theaterbetrieb nicht leichtfertig.
Wenn Sie schreiben, Belästigung müsse bekämpft werden, frage ich Sie: Wie soll das geschehen, wenn Betroffene nicht an die Öffentlichkeit gehen dürfen? Sollen solche Vorfälle hinter verschlossenen Türen geregelt werden? Und wenn Sie behaupten, hier sei ein Unschuldiger öffentlich verurteilt worden – glauben Sie also KD mehr als den Frauen, die sich belästigt fühlen? Oder halten Sie die geschilderten Vorfälle für nicht „schlimm genug“, um öffentlich gemacht zu werden?
Ich hätte noch viele weitere Fragen – aber lassen Sie uns zunächst bei diesen bleiben.

@Nachtkritik, haltlos? Das hätte man anders formulieren müssen.
Klaus Dörr nach Halle: Beigeschmack
Ich empfinde, diese Entscheidung ist schon einen sonderbarer Vorgang, mit einem sehr denkwürdigen, fahlen Beigeschmack und Signal, in dem Fall für Frauen. Da taucht Herr Dörr nach den vielen Vorwürfen und einem empfohlenen Rücktritt für einige Jahre ab und kommt dann wieder in eine gleiche Top-Position? Die Verhandlung gegen die Art und Weise der Berichterstattung hat er gewonnen, ja. Was nicht gleichzusetzten ist mit einer reinen Weste. Wie schwer es zur damaligen Zeit war, überhaupt Beschwerden zu führen - wo es noch nicht einmal adäquate Beschwerdestellen gab und die zuständigen Behörden damit völlig überfordert waren - und wie genau ein Vorwurf dokumentiert sein muss (meistens passieren Vorfälle unter vier Augen), bevor diese juristisch überhaupt als belastbarer Beweis eingestuft und tatsächlich verwendet werden können, davon hat kaum jemand eine Ahnung. Welche Machtpotenziale durch die unsicheren und abhängigen Arbeitsverhältnisse in der Kulturlandschaft damals noch bestanden und auch heute noch nicht beseitigt sind, zeigt sich noch immer in der Furcht vor Konsequenzen für die Karriere - geschweige denn im psychischen Druck, den die Beschwerdeführenden auch bereit sein müssen auszuhalten, die einen so langwierigen Beschwerdeprozess durchlaufen. Erschwerend kommt speziell in der Kulturarbeitswelt das Verschwimmen von Jobebene und Privatebene hinzu. Einerseits besteht ein vermeintlicher "Laissez-faire"-Führungsstil, gepaart mit Hierarchie. Ein sehr spezieller Bereich, in dem Abgrenzung nicht so leicht fällt, da sich Leistungsmessung ausschließlich durch subjektives Urteil vermittelt. Auf den unteren und mittleren Ebenen vereint die Menschen zwangsläufig: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Auf der oberen Ebene gilt anscheinend: „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.“ Diese Verhältnisse sind es, die sehr viele Menschen grundlegend verunsichern und andere in Machtpositionen heben, was die Wahrscheinlichkeit für Machtmissbrauch erhöht. Ein adäquater Umbau der Strukturen muss meiner Ansicht nach erst noch gestaltet werden. Wir haben das Jahr 2025, also noch fünf Jahre Zeit (bis 2030), um die Vorgaben der EU-Charta zur Erreichung der Gleichstellung von Frauen und Männern umzusetzen. Wie weit wir damit sind, kann jede/r selbst überlegen.
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