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München: Festival Radikal jung ab 2026 gefährdet

17. März 2025. Radikal jung, das Festival für junge Regie am Volkstheater München, könnte vor seiner Abschaffung stehen. Das berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung

Eine mögliche Gefährdung des jährlichen Festivals äußerte der Volkstheater-Intendant Christian Stückl bei der diesjährigen Programm-Pressekonferenz am Volkstheater München. Der Spardruck, der im Zuge der städtischen Etatkürzungen auch auf den Theatern laste, sei groß. "Lange können wir das nicht durchhalten", zitiert die SZ den Intendanten, auch wenn alle daran arbeiteten, die 20. Ausgabe von "Radikal jung" im kommenden Jahr zu sichern.

Bereits in diesem Jahr bekommt das Volkstheater München 1,8 Millionen Euro weniger Subventionen, berichtet die Abendzeitung. 300.000 Euro muss das Theater zu den städtischen Mitteln für den Tarifausgleich beisteuern, weitere 1,5 Millionen Euro wendet es aus seinen Rücklagen für die geplanten Inszenierungen 2025 auf. Für 2026 habe die Stadt München bereits angekündigt, die nächsten Tariferhöhungen womöglich nicht mehr zu übernehmen. Das Volkstheater müsste dann auch diese Erhöhungen aus dem Ersparten finanzieren.

Aus diesen Gründen ist derzeit noch ungewiss, ob das Festival-Jubiläum im nächsten Jahr stattfinden könne, beruft sich die Abendzeitung auf Christian Stückl. "'Radikal jung' hat Strahlkraft in die Stadt hinein und aus der Stadt heraus. Das aufzugeben, wäre ein Fanal für den im Gange befindlichen Austrocknungsprozess der Kulturszene in der bayerischen Landeshauptstadt", kommentiert Yvonne Poppek in der SZ.

Beim diesjährigen Festival Radikal jung werden vom 27. April bis 4. Mai 2025 ingesamt 14 Arbeiten junger Regisseur*innen gezeigt.

(Süddeutsche Zeitung, Abendzeitung / eph)

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Kommentare  
Festival Radikal jung gefährdet: Skandal
skandal
radikal jung gefährdet: Problematisch
Ganz ehrlich, Radikal jung war schon immer ein problematisches Festival, ein Fleischmarkt für viele Theater bei dem scheinbar wahllos Karrieren von Regisseur*innen auf das nächste Level gebracht wurden. Die Auswahljurys haben für mein Empfinden selten ästhetisch nachvollziehbare Einladungen ausgesprochen, und noch sehr viel öfter Regisseur*innen mehrfach eingeladen, bei denen man sich wirklich fragte: but why? Das Theatertreffen hat eine unabhängige Kritiker*innenjury. Das macht diese Auswahl oftmals so bestechend - wenn nicht gerade ein Kollektiv die Leitung als Aktivismusplattform nutzen möchte... Die "Jury-Arbeit" bei Radikal Jung war mir persönlich offenbar viel zu verklebt mit anderweitigen, beruflichen Interessen der Juror*innen und des Betriebs.
radikal jung gefährdet: Völliges Unverständnis
Wie schrecklich ! Gerade das Volkstheater, dass doch wirklich erfolgreich läuft! Aus meiner Sicht der Publikumsliebling in München….auch viele junge Leute sehe ich oft neben mir sitzen! Das muss ein Theater der Größe erstmal schaffen! Das Festival gehört doch mit dazu ! Warum schätzt die Politik das so wenig ? Völliges Unverständnis!
radikal jung gefährdet: Hiobsbotschaft
Eine Hiobsbotschaft
radikal jung gefährdet: Was Neues
Nachhaltig ist das Festival lange nicht mehr eher ein weiteres Theaterblasenfestival von Sucher und Stückl, dass den aufgehitzten Markt der Hippen bedient.
Denkt euch was Neues aus.
radikal jung gefährdet: Guter Ruf
Anders als Sandra in #2 ausführt, habe ich radikal jung durchweg als anregend und den Blick erweiternd erlebt. Auswahlentscheidungen sind immer kritisch, auch die der Berliner Theatertage oder auch die eigentümliche Auswahl der Top 100 von nachtkritik (siehe dort meinen Kommentar #57)
Besonders die abendlichen Diskussionsveranstaltungen nach den Aufführungen habe ich immer sehr geschätzt. In jedem Fall hat radial jung weit über München hinaus in der Theaterszene einen guten Ruf und Anerkennung!
Radikal jung: Kein großer Verlust
Das ist, mit Verlaub, kein großer Verlust. Schon der Titel wirkt merkwürdig aus der Zeit gefallen: Altersdiskriminierung als Programm. Auch was an den ausgewählten Arbeiten radikal sein soll, darf mit gutem Grund gefragt werden. Dergleichen Festivals sind Betriebsnudelproduktionen. Das in sie investierte Geld sollte besser dafür ausgegeben werden, dass Berufsanfänger*innen, ganz egal welchen Alters, mehr Zeit zur Entwicklung der eigenen Sprache bekommen.
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