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Preis des Körber Studio Junge Regie an Giulia Giammona

10. Juni 2024. Die Regisseurin Giulia Giammona erhält den diesjährigen Preis des Körber Studio Junge Regie. Das gibt das Hamburger Thalia Theater als Co-Ausrichter des Festivals heute in einer Pressemitteilung bekannt. Giulia Giammona wird für ihre Inszenierung von "Penelope" an der Universität Mozarteum Salzburg ausgezeichnet. 

Die Jury begründete die Auszeichnung wie folgt: "Giulia Giammona bringt das selten gespielte Theaterstück 'Penelope' der bildenden Künstlerin Leonora Carrington auf die Bühne. Der surreale Text handelt von einer 18-Jährigen, die in einem Märchenschloss aufgewachsen ist, und ihrer Beziehung zu einem Schaukelpferd. Die Regisseurin entdeckt darin Bezüge zur Biografie der Autorin, die sie in eingestreuten Zitaten und dokumentarischen Bildern deutlich macht. Harfe, Operngesang, Akrobatik, Choreografie, visuelle Kunst – all diese Elemente verbinden Giammona und ihr interdisziplinäres Team mit großer Aufmerksamkeit für Details zu Szenen und Bildern von eindringlicher Kraft, die, dem Leitsatz Leonora Carringtons selbst folgend – 'Don’t intellectualise!' – immer wieder überraschen."

Zur Jury gehörten in diesem Jahr Anna Bergmann (Regisseurin und Schauspieldirektorin Badisches Staatstheater Karlsruhe), Naemi Friedmann (Regisseurin und Teilnehmerin KSJR 2023), Tobias Herzberg (Dramaturg und Regisseur, Mitglied der Leitungsgruppe am Schauspielhaus Wien), Martin Thomas Pesl (Kritiker, Autor, Übersetzer) und Mable Preach (Regisseurin und Kuratorin). Aus persönlichen Gründen versäumte Naemi Friedman kurzfristig einen Tag des Festivals und war daher nicht mehr stimmberechtigt. An der Jurydiskussion nahm sie beratend teil.  

Giulia Giammona wurde 1995 in München geboren und studiert bis 2024 Schauspiel-Regie an der Universität Mozarteum Salzburg. Von 2017-19 war sie als Regieassistentin an der Bayerischen Staatsoper tätig und inszenierte dort ihre ersten Arbeiten. Weitere Inszenierungen führten sie an die Bühnen Bern, das Crossroads Festival und zu den Salzburger Festspielen.

Der mit einem Produktionskostenzuschuss von 10.000 Euro dotierte Preis der Körber-Stiftung unterstützt die Gewinnerin bei einer neuen Regiearbeit an einem Stadt- oder Staatstheater bzw. alternativ in der Freien Szene. 

Der undotierte Publikumspreis geht in diesem Jahr an "Strukturen und Menschen" – Tagebuch einer Hospitantin 2.0 in der Regie von Hannah Helbig (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen). 

Das Festival Körber Studio Junge Regie gilt als wichtigste Plattform für den Regienachwuchs im deutschsprachigen Raum und wird gemeinsam vom Thalia Theater, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins ausgerichtet. Insgesamt 13 Inszenierungen waren während des Regieschultreffens von 4. bis 9. Juni im Thalia in der Gaußstraße sowie am Campus Barmbek, dem Standort der Theaterakademie, zu sehen. 

(Thalia Theater / jeb)

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