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Regisseur Ulrich Greiff verstorben

12. November 2024. Der Regisseur Ulrich Greiff ist tot. Wie nachtkritik.de aus seinem privaten Umfeld erfuhr, verstarb er bereits am 5. November nach Krankheit im Alter von 83 Jahren in Weimar. 

Ulrich Greiff wurde am 21. Januar 1941 in Essen geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Er studierte Germanistik, Slawistik und Philosophie in Frankfurt (u.a. bei Theodor W. Adorno), Marburg und Berlin und wurde ab 1965 Regiehospitant, später Regieassistent und Mitarbeiter bei Hansgünther Heyme am Staatstheater Wiesbaden und ab 1968 an den Städtischen Bühnen Köln. 

In Köln erarbeitete Greiff auch erste eigene Inszenierungen, so etwa Anfang der 1970er-Jahre die damals vielbeachtete Produktion "Frühlings Erwachen" mit dem Jugendclub der Städtischen Bühnen. Es folgten Arbeiten als freier Regisseur an verschiedenen Theatern, bevor er Mitte der 70er-Jahre leitender Regisseur am "Toneelgroep Globe"-Theater im niederländischen Eindhoven wurde und daneben unter anderem in Amsterdam und Gent wirkte. 

Von 1983 bis 1988 war Greiff Schauspieldirektor am Theater Wuppertal unter der Intendanz von Jürgen Fabritius. Nach der Wende arbeitete er vor allem an Theatern in Ostdeutschland, unter anderem in Bautzen, Eisenach und Zwickau. Einen besonderen Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens bildeten die Dramen Georg Büchners, die Werke der griechischen Antike und die deutschen Klassiker.

Seit 2004 lebte Ulrich Greiff mit seiner Ehefrau, der Regisseurin, Dramaturgin und Sprecherin Annekatrin Schuch-Greiff, in Eisenach.

(jeb)

(Hinweis d. Red.: Einige Fakten in der Meldung, u.a. zum Geburtsort von Ulrich Greiff und der Inszenierung mit dem Kölner Jugendclub, wurden auf Hinweis seiner Ehefrau nachträglich korrigiert.)

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Kommentare  
Ulrich Greiff: Ruhe in Frieden
Rest in Peace Ull, ich denke an dich!
Ulrich Greiff: Berserkerhafte Sensibilität
Danke, lieber Uli, für eine leidenschaftlich kreative gemeinsame Zeit in den 90-ern. Danke für Deine stete Neugier, Deine ungebremste Energie, Deine Liebe zu den Schauspielerinnen und Schauspielern, Deinen sagenumwobenen Humor, Deine berserkerhafte Sensibilität und für die innigen Momente des gegenseitigen Austauschs. Ich umarme Dich!!!
Ulrich Greiff: Großes Herz, rotes Cabrio
Anfang des Jahres hatten wir zum ersten Mal seit 30 Jahren telefoniert, lieber wilder Uli, und es war als als hätten wir uns gestern erst gesehen. Was für eine tolle wilde Zeit war das damals! Eigentlich wollte ich Euch nochmal besuchen kommen in der Stadt am Waldrand. Aber dann ging leider alles ganz schnell und es hat leider nicht mehr geklappt. Du, Dein donnerndes Lachen, dein großes Herz, deine Klugheit, deine Leidenschaft für das Theater - und dein feuerrotes BMW-Cabriolet werden mir immer eine schöne Erinnerung bleiben! Und diese eine sagenhafte Maria-Stuart-Probe nachdem die Schließung des Schauspiels klar war, bei der sehr viel Müller-Thurgau floss, alles genial gespielt wurde - und sich dann am nächsten Tag niemand mehr an irgendetwas dieser geniaischen Probenmomente erinnern konnte. Farewell und Grüße an alle Guten "da oben"!
Ulrich Greiff: Danke!
RIP - Du knallhartes, liebstes Theaterviech.
Danke! Hast mich mitgeprägt !
Ulrich Greiff: Im Herzen
"Besser ist besser, ich passe nicht hinein. Mögen sie einer auf die Köpfe steigen, ich ziehe die Tür hinter mir zu und trete ins Freie."
Moritz Stiefel, Wedekind
Seit meiner Rolle "Moritz Stiefel" in der legendären Kölner Aufführung trage ich dies Arbeit im Herzen. Ich bin noch immer dabei.
Du trinkst jetzt mit deinem Freund Wolf Münster und ich höre euch lachen.
Danke für alles, lieber Uli, Grüße aus der Todeszone.
Hartmut
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