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Schauspieler Werner Rehm gestorben
Schauspieler Werner Rehm (1934–2025) © Matthias Horn
4. April 2025. Der Schauspieler Werner Rehm ist am 29. März in Berlin verstorben, das teilt die Berliner Schaubühne mit, an der Rehm von 1970 bis 1996 festes Ensemblemitglied war und auch darüber hinaus als Gast dem Haus verbunden blieb.
Geboren 1934 in Hannover, absolvierte er dort auch seine Schauspielausbildung, hatte dort sein erstes Engagement und später weitere feste Engagements an verschiedenen Theatern Westdeutschlands und der Schweiz. Sechs Jahre lang gehörte er zum Bremer Theater, wo er erstmals mit Klaus-Michael Grüber und Peter Stein zu arbeiten begann. Die Zusammenarbeit setzte sich mit der Neu-Gründung der Berliner Schaubühne 1970 fort, wo er in vielen Inszenierungen von Stein, Grüber oder Luc Bondy besetzt war und wichtige Rollen einnahm. Von 1996 bis 2000 gehörte zum Ensemble des Hamburger Schauspielhaus, danach arbeitete er frei.
Insgesamt wurden mehr als zwanzig Inszenierungen, an denen er mitwirkte, zum Berliner Theatertreffen eingeladen, heißt es in der Pressemitteilung der Schaubühne. Künstlerischer Leiter Thomas Ostermeier würdigt ihn als großartigen Schauspieler und wunderbaren Menschen, "der in der gemeinsamen Arbeit neben der eigenen Rolle immer auch die inhaltlichen Aspekte des gesamten Projekts im Blick hatte. Er war zudem ein Kollege, der sich für die nachfolgende Theatergeneration interessiert und eingesetzt hat".
Werner Rehm spielte außerdem in zahlreichen Filmen mit, etwa "Die Blechtrommel" in der Regie von Volker Schlöndorff, "Keine Zeit für Tränen" von Hark Bohm oder "Aimée & Jaguar" von Max Färberböck.
(schaubuehne.de / sik)
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Werner Rehm war in seiner analytisch und zugleich zutiefst spielerischen Art seine Rollen zu durchdringen wahrhaft meisterlich und dabei immer kollegial nahbar, dennoch bescheiden und trotzdem eine Säule der alten Schaubühne, die aus dem Schatten der Protagonist*innen leuchtete und der Menschendarstellung in subtiler Weise und meisterlich verpflichtet war.
Ich hatte das große Glück seinen, Kreons, Sohn in Antigone in der Straub - Huillet Inszenierung Anfang der 90er zu spielen, die für mich prägend war.
Und: das überraschende Glück, daß ich Werner Rehm vor Kurzem noch, so mutig und wieder dem Jungen und Neuen zugewandt in einer Jean Paul-Inszenierung am Theater Discounter sehen konnte.
Phantastisch!
So jung.
Auch noch mit Ende 80.
So lebendig, wagemutig und schnell und flott im Spiel.
Chapeau!
Und so zugeneigt, persönlich und herzlich im Wiedersehen nach vielen Jahren.
Ein großer Mensch und Menschendarsteller.
Danke, lieber Werner!
Adieu...