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Schleswig erwägt Ausstieg aus Landestheater
Ausstieg bedroht Gesamtgefüge
Schleswig, 3. April 2015. Die Stadt Schleswig erwägt einen Ausstieg aus dem Gesellschaftervertrag für das Schleswig-Holsteinische Landestheater mit seinen Standorten in Flensburg, Rendsburg und Schleswig. Dies melden verschiedene Medien. Der Vorschlag von Bürgermeister Arthur Christiansen (parteilos) benötigt aber noch die Zustimmung der Schleswiger Ratsversammlung.
Das alte Theaterhaus war wegen Einsturzgefahr in den vergangenen Wochen abgerissen worden, das Theater spielt derzeit in einer Ausweichspielstätte, die aber spätestens 2016 ebenfalls geräumt werden muss. Verschiedene Pläne für den Neubau eines Theaters scheiterten bisher.
Neubaupläne gescheitert
In einer engen Abstimmung verhinderte die Ratsversammlung zum Beispiel in letzter Minute den von Bürgermeister Christiansen und der Kulturministerin Spoorendonk befürworteten Neubau auf dem sogenannten Hesterberg am Stadtrand. Die Gegner befürchteten eine Kostenexplosion. Inzwischen ist klar, dass der Neubau aufgrund anderer steuerlicher Behandlung tatsächlich nicht finanzierbar gewesen wäre. Für einen Neubau auf dem bisherigen Grundstück im Stadtzentrum will wiederum das Land Schleswig-Holstein seine Zuschüsse zurückziehen, auch aus dem kommunalen Investitionsfonds würde kein Geld kommen.
Die verbleibenden Alternativen sind somit ein stark verkleinerter Neubau als Mehrzweck-Kulturhaus, das aber nur ein Drittel der ursprünglichen Summe kosten dürfte – oder man steigt ganz aus dem Landestheaterverbund aus. In Schleswig würde kein Theater mehr gespielt, die 500.000 Euro jährlicher Beitrag würden gestrichen, Besuchereinnahmen fielen weg. Durch einen Ausstieg sähe sich somit wiederum das Gesamtgefüge des Landestheater massiv in seiner Existenz bedroht.
(mw)
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