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Düsseldorf: Spendenkampagne für Schauspielhaus-Sanierung
Das ist unser Haus
5. September 2017. Um Spenden für fünf Instandsetzungsvorhaben des Düsseldorfer Schauspielhauses wirbt eine Kampagne von Düsseldorfer Bürger*innen gemeinsam mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus (D’haus). Die Kampagne wurde heute öffentlich vorgestellt, meldet das Theater in einer Presseaussendung.
Das Düsseldorfer Schauspielhaus des Architekten Bernhard Pfau © Sebastian HoppeBeitragen soll die Spendenkampagne "Schauspielhaus2020" zur Finanzierung, Sanierung und Modernisierung der öffentlichen Bereiche des Theaters. Ein barrierefreies Foyer oder ein beleuchteter Durchgang zum Hofgarten sind zwei der Instandsetzungsvorhaben, für die gespendet werden kann. Eingeworben werden sollen bis zu 6 Millionen Euro, die Hälfte der für die Renovierung nötigen rund 12 Millionen Euro. Die andere Hälfte der Kosten tragen die Stadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen.
Würdiger Gesamteindruck
Die Spendenkampagne verheißt eine Beseitigung der Mängel bis zum Jahr 2020, dem 50. Jubiläum des Baus von Bernhard Pfau. Dann solle das Theater, so das Kampagnen-Kuratorium, "im städtebaulichen Ensemble mit dem Dreischeibenhaus, dem neu entstehenden ‚Kö-Bogen II‘ und einem neu gegliederten Gustaf-Gründgens-Platz einen homogenen und würdigen Gesamteindruck vermitteln und einen lebendigen kulturellen Mittelpunkt des städtischen Lebens bilden".
Initiiert wurde das Kuratorium "Schauspielhaus2020" unter anderen von Düsseldorfer*innen wie der Unternehmensberaterin Bettina Siempelkamp, dem Unternehmer Patrick Schwarz-Schütte oder dem Fotografen Thomas Ruff. Unterstützt wird die professionell aufgemachte Kampagne von der Werbeagentur BBDO. Bei der heutigen Kampagnen-Vorstellung äußerte sich auch der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), der 2016 noch den Abriss des Pfau-Baus vorgeschlagen hatte. "So wird das Schauspielhaus im wahrsten und besten Sinne zur Bürgerbühne", zitiert ihn die Rheinische Post.
Werbefilme von Sönke Wortmann
Für die Webseite der Kampagne hat der in Düsseldorf ansässige Filmregisseur Sönke Wortmann (u.a. "Kleine Haie", 1992, "Das Wunder von Bern", 2003, oder "Frau Müller muss weg!", 2014) mit Schauspieler*innen des D’haus-Ensembles fünf kurze Filme zu den einzelnen Renovierungsvorhaben gedreht.
In "Warten auf den Aufzug" vertrauen Torben Kessler und André Kaczmarczyk mit Beckett’schem Gleichmut darauf, dass der defekte Lift doch noch kommt, in "Der Schandfleck" schrubbt Cathleen Baumann ergebnislos den Teppich im Foyer. In "Das Mädchen und der Gong" flieht Judith Bohle vor Torben Kessler und seinem Gong zum Vorstellungsbeginn vergeblich in die überfüllte Damentoilette, zu deren Modernisierung per Spende dann aufgerufen wird.
(Düsseldorfer Schauspielhaus / Rheinische Post / nachtkritik.de / eph)
Wer für die Sanierung des Schauspielhauses eigentlich zuständig wäre? Andreas Wilink sieht in seinem Kommentar die Politik in der Pflicht.
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So sehr ich mich über Engagement für Theater aus der Stadtgesellschaft freue, so sehr frage ich mich auch, ob hier nicht erstmal der Oberbürgermeister zu kritisieren ist.
Kann da vielleicht jmd Hintergründe liefern?