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Staatstheater Kassel: Geschäftsführer freigestellt
Staatstheater Kassel © Nils Klinger
13. September 2024. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) hat den Geschäftsführenden Direktor des Staatstheaters Kassel, Dieter Ripberger, gegen dessen Willen freigestellt. Das teilte Ripbergers Anwalt heute in einem Schreiben an nachtkritik.de mit.
Die von Ripberger in seiner Stellungnahme als "Kündigung" bezeichnete Freistellung durch das HMWK habe er am 11. September 2024 "völlig unerwartet und aus heiterem Himmel" erhalten. Das Schreiben des Ministeriums enthalte "keinerlei Begründung"; nach seiner Auffassung sei die Freistellung rechtlich unwirksam. Sollte das Land Hessen als Arbeitgeber sie nicht zurücknehmen, wie dem HMWK gegenüber bereits gefordert, werde er sich an das zuständige Arbeitsgericht wenden.
Das Theater solidarisiert sich mit Ripberger
In einer Presseerklärung von Freitag Nachmittag solidarisiert sich das Staatstheater Kassel mit Dieter Ripberger, der im Februar 2024 von Tübingen nach Kassel gewechselt war. Nachdem sich intern herumgesprochen habe, dass der Vertrag des Geschäftsführenden Direktors in Frage stehen könnte, hätten sich Intendant Florian Lutz, die fünf Spartenleiter:innen und etliche Abteilungsleitende des Hauses in einem gemeinsamen Brief an den zuständigen Minister Timon Gremmels gewandt. Weite Teile der Belegschaft stünden hinter Dieter Ripberger und begegneten einer möglichen Kündigung seines Vertrages "mit restlosem Unverständnis", heißt es in der Stellungnahme des Theaters.
Ripbergers Arbeit werde am Haus "als ein hervorragender und unverzichtbarer Beitrag zum täglichen Theaterbetrieb wie zu den großen Aufgaben und Herausforderungen wahrgenommen", vor denen das Theater stehe. Der Posten des Geschäftsführenden Direktors sei zwei Jahre lang unbesetzt gewesen. Einen erneuten Wechsel auf der Position des Verwaltungschefs versteht das Staatstheaters Kassel "als existenzielle Bedrohung für den Theaterbetrieb und die Zukunft des Staatstheaters". Intendant Florian Lutz nennt die Freistellung "eine sinnlose Beschädigung unserer Arbeit". Nun ruhten die Hoffnungen des Theaters auf dem kulturpolitischen Sachverstand und Verantwortungsbewusstsein des zuständigen Ministers.
Das Ministerium antwortete auf die Anfrage von nachtkritik.de zur Kündigung von Dieter Ripberger, dass "aus rechtlichen Gründen" eine Auskunft dazu nicht möglich sei.
(Kanzlei Ulrich Poser, Staatstheater Kassel, HMWK / eph)
(Korrekturhinweis: In einer vorherigen Version der Meldung hatten wir die Begriffe Kündigung und Freistellung synonym verwendet, was rechtlich nicht korrekt ist. Darauf hatte uns ein:e Kommentator:in hingewiesen. Die Meldung haben wir daraufhin am 13.9.24 um 22:30 korrigiert. D. Red.)
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