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Theater protestiert gegen Museumspädagogik Peenemünde
"Erschüttert und fassungslos"
11. Dezember 2020. Mit einem offenen Brief hat das Theater Vorpommern auf die Inhalte eines Artikels der Ostsee-Zeitung vom gestrigen Donnerstag reagiert. Dieser hatte von einem Schülerprojekt am Historisch-Technischen Museum in Peenemünde berichtet, bei dem die Schüler*innen einer 9. Klasse angehalten gewesen seien, eigene Entwürfe entsprechend der historischen "Verzierungen" der V2-Raketen zu zeichnen. Hierbei seien auch Hakenkreuze sowie "stilisierte Adler und Machtsymbole" gezeichnet worden, denen gegenüber die Museumspädagogik bewusst "keine Denkgrenzen" habe setzen wollen, so die Ostsee-Zeitung. Dem Artikel zufolge habe es sich bei den Schüler*innen um eine "Referenzgruppe" in Vorbereitung einer kommenden Ausstellung über den Grafiker Gerd de Beek gehandelt. Sie hätten im Rahmen ihres digitalen "Wandertags" an dem Projekt teilgenommen.
Gegen geistige Manipulation
"Erschüttert und fassungslos" habe der Artikel die Theaterleitung zurückgelassen, heißt es nun im offenen Brief des Theaters Vorpommern vom heutigen Freitag. Und weiter: "Als Theater arbeiten wir seit vielen Jahren mit Lesungen, Stückaufführungen im Theater und Klassenzimmerstücken in den Schulen an der Aufarbeitung der grauenhaften Verbrechen des Naziregimes. Dabei war es uns immer wichtig, den Zusammenhang zwischen Militarismus, autoritärem Denken, Technikgläubigkeit und geistiger Manipulation gerade auch der Jugend deutlich zu machen."
"Eklatant in die falsche Richtung"
Demgegenüber "bemühe" sich nun "die Museumspädagogik eines öffentlich geförderten Museums in Mecklenburg-Vorpommern darum, Schüler*innen das Verschönern von V-Waffen (Vergeltungswaffe) nahe zu bringen und lässt auch die Verwendung von verfassungsmäßig verbotenen Zeichen der NS-Zeit zu, um 'keine Denkgrenzen zu setzen'". Das geschehe, so der offene Brief, "in einem Wahlkreis, in dem die AfD zusammen mit der NPD bei den letzten Landtagswahlen 2016 auf 52,4 Prozent kam. Im Wahlbezirk Usedom insgesamt kamen beide Parteien auf über 36 Prozent der Wählerstimmen."
"Weder die Leitung des Museums noch die Klassenlehrer noch die Redaktion der Ostsee-Zeitung sehen in diesem Vorgang offenbar irgendetwas Skandalöses. Gibt es keine Instanz mehr in diesem Land, die angesichts solcher Vorgänge aufmerkt und ein Gespür dafür erkennen lässt, dass offenbar etwas eklatant in die falsche Richtung läuft?", schließt der offene Brief, der von Dirk Löschner (Intendant Theater Vorpommern), Peter van Slooten (Kaufmännischer Geschäftsführer Theater Vorpommern), Horst Kupich (Stellvertretender Intendant Theater Vorpommern), Dr. Sascha Löschner (Chefdramaturg Theater Vorpommern) und Hans Heuer (Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Theater Vorpommern) unterzeichnet ist.
(Theater Vorpommern / Ostsee-Zeitung / jeb)
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was ist daran verwerflich ?
ist doch gut, jetzt kann und muss damit gearbeitet werden.
das ist der Auftrag, nicht mehr und auch nicht weniger.