von Willibald Spatz
Ulm, 25. April 2013. Die Klassiker der Theaterliteratur sind nicht deshalb so groß geworden, weil sie besonders gewiefte Kommentare zum jeweiligen Zeitgeschehen sind – sie drücken eine zwischenmenschliche Wahrheit aus, die selbst nach Jahrhunderten oder Jahrzehnten noch genug Zuschauer berühren kann, dass es sich lohnt, sie wieder zu spielen. Wenn jemand nun die Lehmann Brothers-Pleite zum Anlass und Thema seines Stücks macht, kann es ihm eigentlich nicht nur darum gehen, einen besseren Leitartikel in Dialogform zu verfassen, zumal eh schon beinahe alles geschrieben wurde, was es dazu zu schreiben gibt. Eine riesige Wand im Theater Ulm, die tapeziert ist mit einer Menge von Zeitungsartikeln, die zum Stück passen, beweist das eindrucksvoll.