Die Hamletmaschine - Sebastian Nübling inszeniert Heiner Müllers sprachgewaltige Shakespeare-Übermalung mit dem Exil Ensemble am Berliner Maxim Gorki Theater
Rock'n Roll auf Leichenbergen
von Elena Philipp
Berlin, 24. Februar 2017. "Hei-e Mü-e" quäkt der Clown im lila Onesie in sein Mikrophon, "i Ha-etma-i-e - - BLABLA". Quäkt und spitzt dazu mit enervierendem Gleichmaß einen Bleistift, während er aus seiner Latexmaske äugt, deren Lefzen zum bösen Joker-Grinsen hochgezogen sind. Läse man nicht im Hintergrund die auf schwarze Gaze projizierte weiße Schrift, es bliebe unverständlich, was Mazen Aljubbeh da mit verzerrter Stimme unter seiner Maske murmelt. Um die Bestattung von Hamlets Vater geht es, um inzestuösen Sex und Kannibalismus. Und so packt einen der Verfremdungseffekt bei den Lachmuskeln und zugleich an der Gurgel, denn Sebastian Nübling inszeniert "Die Hamletmaschine" von Heiner Müller mit dem Exil Ensemble des Maxim Gorki Theaters als Horrorclown-Show.
Sommergäste - Daniela Löffner lässt am Deutschen Theater Berlin mit Maxim Gorki Schauspielkunst erblühen
Egal wann
von Michael Wolf
Berlin, 23. Februar 2018. Die Erwartungen sind hoch. Mit ihrer letzten Arbeit am Deutschen Theater hat Regisseurin Daniela Löffner ihren bislang größten Erfolg gefeiert. Väter und Söhne nach Iwan Turgenjew wurde 2016 zum Theatertreffen eingeladen. Nun wieder ein großes Ensemblestück und ein russischer Klassiker: Maxim Gorkis "Sommergäste". Eine Gesellschaft aus Wohlhabenden und Intellektuellen verbringt die Ferien auf dem Land. Im Idyll verlieben, betrügen und verachten sie sich um die Wette. Vor allem aber leiden sie an dumpfer Leere. Sehnsucht plagt sie. Nach einem anderen Leben, einem mit Sinn. Gorki schrieb das Stück 1905, nur ein Jahr bevor in Russland die Revolution vorerst scheiterte, und zwölf Jahre bevor sie tatsächlich über die Weltbühne ging. Es ist das Porträt einer Klasse, die bereits ahnt, dass ihre Zeit abgelaufen ist, die sich selbst zerfleischt aus Verachtung für die eigene Nutzlosigkeit.
Unendlicher Spaß - In den Berliner Sophiensaelen bringt Thorsten Lensing den epochalen Roman von David Foster Wallace auf viereinhalb Stunden
Es möge berühren
von Gabi Hift
Berlin, 22. Februar 2018. "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace war einmal der Beginn einer neuen Zeit, eine Hoffnung auf Erlösung. Die, die damals so empfunden haben, betreten die Sophiensaele heute vorsichtig, wie eine Kirche. Denn die Theaterfamilie, die Thorsten Lensing um sich geschart hat, könnte die richtige sein, um diese Hoffnung wiederzubeleben.
Die Frauen vom Meer - Lilja Rupprecht inszeniert atmosphärisch intensiv die Uraufführung von Olga Bachs Ibsen-Weiterdichtung am Berliner Theater RambaZamba
Raus aus dem Käfig der Romantik!
von Georg Kasch
Berlin, 16. Februar 2017. Ellida geht. Am Ende öffnet Angela Winkler das Bild, das die ganze Zeit im Fluchtpunkt der Bühne hing und in Anlehnung an Caspar David Friedrichs "Mönch am Meer" eine junge Frau am Meer zeigt, steigt durch die vernebelte Öffnung, verschwindet. Ausgerechnet sie, die doch in Henrik Ibsens "Die Frau vom Meer" noch bei ihrem Langweilergatten Wangel geblieben ist. Jetzt ist sie weg, gegangen wie Undine, die auch eine Rolle spielt in Olga Bachs neuem Stück "Die Frauen vom Meer", das voller Bezüge steckt. Zu Ibsen, aber auch zu all den anderen Wasserfrauen-Werken von Friedrich de la Motte Fouqué bis Ingeborg Bachmann.
Regie: Ola Mafaalani
Regie: Chris Kondek, Christiane Kühl
Regie: FUX (Nele Stuhler, Falk Rößler)
Regie: Christian Weise
Regie: Walter Asmus, Tino Sehgal
Regie: Sasha Marianna Salzmann / Sapir Heller
Regie: She She Pop & zeitkratzer
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