Indien - In Hannover inszeniert Lars-Ole Walburg das böse Stück von Josef Hader und Alfred Dorfer als Sommerunterhaltung
Hygiene, Schnitzel, Bier
Amerika - Einen Tag vor Donald Trumps Inauguration erzählt Claudia Bauer mit Kafkas Romanfragment in Hannover vom fremden Planeten jenseits des Atlantik
Not Born in the USA
von Jan Fischer
Hannover, 19. Januar 2017. Es ist guter Brauch, eine Theaterkritik mit einer Szene zu beginnen. Einer, die im Idealfall über sich hinausweist, komprimiert etwas über die ganze Inszenierung erzählt. Das ist im Fall von Kafkas "Amerika", inszeniert von Claudia Bauer am Staatsschauspiel Hannover, schwierig: Man könnte jede Szene erzählen, die zum Beispiel, in der der Einwanderer Karl Roßmann anfangs verloren zwischen Bodennebel und roten Vorhängen steht, chorisch seine eigene Geschichte erzählt bekommt und dann seinen Schirm suchen geht. Oder die, in der sein gerade gefundener Weggefährte Robinson die versammelte Belegschaft eines Hotels vollkotzt, in dem Roßmann Arbeit als Liftboy gefunden hat, was wiederum zu seiner Kündigung führt. Oder die, in der Karls Onkel und seine Freunde Mr. Pollunder und Mr. Green – allesamt in hohen gesellschaftlichen Stellungen – Karl mit kieferorthopädischen Lippenspreizern im Mund anlächeln. Oder. Oder. Aber in Claudia Bauers Inszenierung gehört alles – auf eine assoziative, nicht ganz greifbare Art – zusammen, formt sich erst in der Masse zu einem Klumpen Hyperrealität, der sich kaum aufbrechen lässt.
Macht und Widerstand - Am Schauspiel Hannover inszeniert Dušan David Pařízek Ilja Trojanows zeitgeschichtliches Panorama, u.a. mit Samuel Finzi
Die Wahrheit ist eine wankelmütige Geliebte
von Jan Fischer
Hannover, 15. Dezember 2016. "Macht und Widerstand", inszeniert am Staatsschauspiel Hannover von Dušan David Pařízek, hätte eine Lobpreisung im Affekt verdient. Eine, die emotional geschrieben wurde wie ein guter Verriss. Nichts Wohlüberlegtes also, kein differenziertes Lob, das nicht zu groß nicht zu kitschig ist und nur spärlich gesprenkelt mit Adjektiven und Superlativen. Diese Inszenierung hätte ein richtig schmieriges Lob verdient. Eines, das von unkritischen Superlativen überquillt.
Regie: Malte C. Lachmann
Regie: Lars-Ole Walburg
Regie: Lars-Ole Walburg
Regie: Claudia Bauer
Regie: Stefan Kaegi (Rimini Protokoll)
Regie: Olaf Arndt, Janneke Schönenbach
Regie: Juliane von Sivers
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