Was kann Corona der Gegenwartsdramatik anhaben? - Interview mit dem österreichischen Autor Ferdinand Schmalz
Vor uns liegen Monate der Angst-Arbeit
Kirill Serebrennikows Schlussrede vor dem Gericht in Moskau
"Sie haben Lügen erzählt"
von Kirill Serebrennikow
Bevor der russische Regisseur Kirill Serebrennikov am 26. Juni 2020 in Moskau zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde, hielt er am Montag, 22. Juni, vor dem Gericht in Moskau eine Rede, die wir hier dokumentieren. Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Birgit Lengers, Dramaturgin am Deutschen Theater in Berlin. Sie weist darauf hin, dass die ersten Buchstaben jedes Absatzes im russischen Original folgende Aussage ergeben: "ICH BEREUE NICHTS. IHR TUT MIR LEID."
Interview: Maria Happel, Leiterin des Wiener Max Reinhardt Seminars und Burgtheaterschauspielerin, über die Schauspielausbildung unter Corona-Schutzvorkehrungen
Das Interview entstand im Rahmen des Überblickstextes: Zur Lage der deutschsprachigen Schauspielschulen unter den Corona-Schutzverordnungen.
Den Zauber weiterflüstern
Maria Happel im Interview mit Elena Philipp
Maria Happel, die Theater sind geschlossen. Was fehlt Ihnen am meisten?
Das Publikum, der Geruch meiner Garderobe.
Was wird aus dem Schauspiel, einer Kontaktkunst, wenn der Körperkontakt verdächtig wird?
Es gibt nun mal die Regelungen. Wenn man sich darauf einlässt, entstehen vielleicht ganz neue Dinge. Wir mussten viel über Zoom unterrichten – und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Nähe entstehen kann, wenn man einen Othello in seinem Kämmerchen in Wien sitzen hat und eine Desdemona in ihrem ehemaligen Kinderzimmer in Leipzig – das ist aber geschehen. Man sah einen Othello in einem Kriegsgebiet , der mit seiner Freundin in Leipzig chattete. Uns kam die Idee, dass man das so auf die Bühne bringen könnte, es hatte plötzlich eine andere Aktualität.
E-Mail-Austausch: Frank Schubert, Professor für Schauspiel / Theater an der Hochschule der Künste Bern, über die Schauspielausbildung unter Corona-Schutzvorkehrungen
Der Mailwechsel entstand im Rahmen der Recherchen zum Überblickstext: Zur Lage der deutschsprachigen Schauspielschulen unter den Corona-Schutzverordnungen.
Es ist einfach ALLES anders
Mailwechsel von Frank Schubert und Elena Philipp
Frank Schubert am 8. Mai 2020: Es hat sich die Welt verändert
Liebe Elena Philipp!
Es ist seit unserem letzten Kontakt nicht nur Zeit vergangen, es hat sich die Welt verändert. Natürlich auch für die Schauspielausbildung. Gerade für die Schauspielausbildung. Und ganz speziell für die Studieneinsteiger, die nicht wissen, ob sie überhaupt noch Schauspiel studieren können.
Mit dem Untertitel "Szenen, die der Autor nicht schrieb" entwickeln unsere Studis in jedem Jahr (am Ende des ersten Semesters) eigene Szenen aus Shakespeare-Stoffen heraus. Persönlich und energiegeladen. Daran halten wir allerdings aus guten Gründen fest.
Aber Corona hat alles verändert. Auch den Blick auf die Inhalte.
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