Kommentar zum drohenden Aus für das große Freie-Szene-Festival "Impulse"
Der schiefe Leuchtturm des Westens
von Esther Boldt
15. Februar 2014. Eine unscheinbar auftretende Pressemeldung versetzt seit Dienstag die deutsche Theaterszene in Aufruhr: Die Kunststiftung NRW hat ihre Theaterförderung neu konzipiert und beendet nach 25 Jahren ihre Förderung der Theater-Biennale "Impulse". Beim letzten Mal musste schon Festivalprogramm abgespeckt werden, weil die erhoffte Projektförderung der Bundeskulturstiftung ausblieb, nun aber ist das Fundament der Biennale viel grundlegender erschüttert. In den letzten Jahren hatte die Förderung durch die Stiftung 150.000 Euro betragen, nach vielen intensiven Gesprächen mit der Stiftung während und nach der vergangenen Ausgabe beantragte das Festival in diesem Jahr 200.000 Euro – nun bekommt es überraschend gar nichts.
Statement anlässlich des Austritts des Volkstheaters Rostock aus dem Deutschen Bühnenverein
Rostocker Signal
von Stefan Rosinski und Sewan Latchinian
Rostock, 10. Januar 2014. Den eigenen Statuten zufolge hat der Deutsche Bühnenverein das Ziel, die einzigartige Vielfalt der Theater-und Orchesterlandschaft zu erhalten und zu pflegen. Und dennoch hat das Volkstheater Rostock seine Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung gekündigt. Warum? Weil wir der Meinung sind, dass die deutsche Theaterlandschaft mit einem Strukturwandel konfrontiert ist, für den die Politik der Besitzstandsverbände nicht nur keine Antwort hat, sondern ihn sogar kontraproduktiv verschärft.
Ein Kommentar zum Rücktritt des Berliner Kulturstaatssekretärs André Schmitz
Von Armut versteht er nichts
von Birgit Walter
Berlin, 4. Februar 2014. André Schmitz tritt als Kulturstaatssekretär in Berlin zurück und hat sich dabei nicht lange an seinem Stuhl festgehalten. Ein kurzes heftiges Fremdwackeln nach der Aufdeckung einer Steuerhinterziehung, und schon lässt er den Stuhl los. Dabei gefiel der ihm außerordentlich. Und er hat ihn vor acht Jahren auch nicht erobert, um dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sondern um sich darauf Ansehen, Respekt, Zuspruch und Macht zu verschaffen. Das hat funktioniert.
Der Theater-Kummerkasten
So wollen wir nicht mehr arbeiten!
29. Januar 2014. Am Wochenende hat sich die Dramaturgische Gesellschaft zur Jahreskonferenz "Leben, Kunst und Produktion. Wie wollen wir arbeiten?" getroffen. Hier unser Tagungsbericht von Stefan Bläske.
Am Rande dieser Tagung (und auch sonst) erzählen Theatermitarbeiter, dass sie vor lauter Arbeit, Abenddiensten etc. im letzten Jahr eigentlich nur Inszenierungen am eigenen Haus sehen konnten. Dass sie die einzigen Stunden außerhalb des Theaters bei der Physiotherapie verbringen. Man hört von More-than-Fulltime-Mitarbeitern, dass sie am Ende jeder Vorstellung nun auch noch Werbezettel verteilen sollen (während das Einlasspersonal aus Einspargründen längst zuhause ist). Man hört von Leitungen reicher Theater, die ihren unbezahlten Hospitanten nicht mal ein bisschen Geld geben wollen, wenn diese als Beleuchtungsstatisten einspringen. Von Intendanten, die gerne mündliche Zusagen machen und nicht einhalten. Von Geschäftsführenden Direktoren, die es während achtwöchiger Probenzeiten nicht hinbekommen, den Vertrag eines Gastes fertig zu machen. Von solchen, die Reisekostenabrechnungen von Mitarbeitern, die sie nicht mögen, einfach "verlieren". Man hört von tristesten Unterbringungen der Regieteams, und von Häusern, die ihr Ensemble nur von September bis Mai bezahlen und in den Theaterferien arbeitslos sein lassen. Das alles sind freilich nur unzuverlässige Beispiele aus zweiter Hand, und so interessiert uns: Was sind Ihre Erfahrungen und Erlebnisse im "Traumberuf am Theater"?
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