... das hat man bei keinem männlichen Kollegen getan

2. Juli 2019. Zwanzig Jahre lang inszenierte Andrea Breth regelmäßig am Wiener Burgtheater. Dessen neuer Intendant Martin Kusej hat die große Regisseurin nun ziemlich unelegant verabschiedet, in dem er Breth durch die aktuelle Intendantin einen entsprechenden Zweizeiler zukommen ließ. Nicht nur dazu hat Irene Bazinger Andrea Breth in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Cicero befragt.

So wird auch das Thema Machtmissbrauch angeschnitten: "Sie schmeissen also nicht mit Aschenbechern herum, wenn eine Probe anders läuft, als geplant, wie die Stuttgarter Zeitung 2018 schrieb?" Breth verneint. "War das schon immer so?" hakt die Interviewerin nach. "Zu Beginn meiner Karriere nicht in diesem Maße, weil ich jung war, unerfahren, ungeduldig und auch, weil ich Angst hatte. Das hat sich mit dem Alter und der und der Erfahrung verändert. Als ich anfing, was das eine sehr schwierige Situation für mich, da standen die Türen nicht weit offen für eine Frau am Regiepult. Jeder Techniker hat meine Forderungen und Wünsche mindestens 20 Mal infrage gestellt oder direkt boykottiert, das hat man bei keinem männlichen Kollegen getan, da hat mir niemand geholfen. Ich musste alles selbst wissen, sonst hätten die mich von vorne bis hinten betrogen. Ich benötigte Ellbogen und Kraft und durchaus Machtgesten, um mich überall erst einmal durchsetzen zu können. In Westdeutschland war ich als Regisseurin Anfang der Achtziger Jahre nämlich allein auf weiter Flur."

(sle)

 

Das ganze Interview gibts nur gedruckt und am Kiosk.

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