alt

300 schlecht bezahlte Stellen futsch?

Berlin, 6. April 2011. Die Initiative Kulturarbeit des Öffentlichen Beschäftigungssektors in Berlin soll im Herbst dieses Jahres auslaufen. 300 Stellen in 191 Kultureinrichtungen würden im Zuge der Beendigung dieser Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wegfallen.

Die Stellen waren 1998 für Bewerber eingerichtet worden, die mindestens zwei Jahre arbeitslos und seit einem Jahr Bezieher von Hartz IV gewesen waren. Die Jobs sind mit 1.300 bis 1.500 Euro brutto vergütet und werden gemeinsam vom Bund, dem Land Berlin und dem EU-Sozialfonds bezahlt.

Nach den Betroffenen protestiert nun auch der Berliner Rat für die Künste gegen das Auslaufen der Intiative Kulturarbeit. Seine Sprecher Leonie Baumann und Kay Wuschek schreiben:

"Für 191 Berliner Kultureinrichtungen, Initiativen, Projekte und Institutionen werden mit dem Ende des Programms 'Initiative Kulturarbeit' im kommenden Herbst 300 Stellen für dringend benötigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auslaufen.

Der Rat für die Künste fordert die Fortführung des Öffentlichen Beschäftigungssektors in Berlin und eine angemessene Berücksichtigung der Kultur in der aktiven Arbeitsmarktpolitik.

Berlin ist aufgrund seiner kulturellen Vielfalt lebens- und erlebenswert. Solange für viele Kulturprojekte keine ausreichende Förderung in Aussicht steht, kann auf eine Unterstützung mit angemessenen Mitteln der Arbeitsmarktpolitik nicht verzichtet werden. Demgegenüber steht in Berlin eine große Anzahl hochqualifizierter Arbeitssuchender, die mit einer befristeten geförderten Beschäftigung in Kulturprojekten Sinnvolles leisten und zusätzliche Angebote ermöglichen können.

Die Erfahrungen des ÖBS in der Initiative Kulturarbeit belegen seit 2008 nachhaltige Effekte in der Schaffung neuer Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt, der inhaltlichen Profilierung und der kulturwirtschaftlichen Stabilisierung von freien Kultureinrichtungen.

Der Rat für die Künste fordert mit Nachdruck eine Fortsetzung des Öffentlichen Beschäftigungssektors …".

 

Initiative Kulturarbeit Berlin, Zwischenbericht 2010

(jnm)

 
Kommentar schreiben