12. April 2011. Vor 50 Jahren brachte er die kommunistischen Funktionäre auf die Palme, als er Heiner Müllers Produktionsdrama "Die Umsiedlerin" an einer Studentenbühne uraufführen wollte: Danach wusste auch B.K. Tragelehn Geschichten aus der Produktion zu erzählen, denn er wurde zur Strafe in selbige versetzt – ein Jahr als Kipper in Klettwitz. Und noch vor 15 Jahren stieß er am Berliner Ensemble die kapitalistischen Funktionäre vor den Kopf, indem er sich von der Deutschen Bank das Bühnenbild des Brecht'schen "Galilei" mitfinanzieren ließ und den gestrengen Bankern dann zur Premiere einen leeren Raum präsentierte. Dazwischen produzierte er mit einem Co-Regisseur namens Einar Schleef einige Skandale oder ließ sich vom Schauspiel Frankfurt fristlos entlassen. Bequem hat es sich dieser so entschieden dramaturgisch denkende Regisseur nie gemacht. Und bis heute schenkt er uns die schönsten Übersetzungen des elisabethanischen Theaters. Wir gratulieren B.K. Tragelehn zum 75. Geburtstag.

 
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