Freeclimbing in Richtung Hölle

von Andreas Klaeui

Avignon, 5. Juli 2008. Erkundungen des Dunkels. Viel mehr ist aus Romeo Castelluccis Annäherung an Dantes "Inferno" im Theaterfestival von Avignon nicht geworden, aber auch nicht weniger. Castellucci ist in diesem Jahr - gemeinsam mit der Schauspielerin Valérie Dréville - Artiste associé des Festivals. Zur Eröffnung inszenierte er im Ehrenhof des Papstpalasts den ersten Teil von Dantes "Divina Commedia", "Purgatorio" und "Paradiso" folgen dieser Tage an andern Spielstätten, im Ausstellungspark von Châteaublanc und in der kleinen, mystischen Eglise des Célestins.

Theaterplanet Avignon

von Dorothea Marcus

Avignon, 13. Juli 2007. Auf dem Vorhof des Papstpalastes hängt einsam eine kleine, rote Petroleumlampe. Es ist eine ewige "Flamme des Widerstands", die rund um die Uhr, insgesamt 507 Stunden lang, von zwei Freiwilligen bewacht wird, damit "eine alternative, sensible, subversive und humanistische Kultur" überlebe – jeder kann sich einschreiben.

Feldpost der letzten Kämpfer

von Dorothea Marcus

Avignon, 9. Juli 2007. Der Kommunismus in Europa ist nicht nur tot, sondern wird auch noch totgeschwiegen – still und leise hat sich 1990 die PCI Italiens, ehemals die größte kommunistische Partei West-Europas, umbenannt und vom Kommunismus distanziert, in den meisten europäischen Ländern ist sie nur noch eine politische Splittergruppe. Nur in Frankreich lebt die kommunistische Bewegung fort, wenn auch zunehmend bedroht.

Bankrottbereite Lebensdistanz

von Dorothea Marcus

Avignon, 8. Juli 2007. Während es in Deutschland seit einigen Jahren eine Renaissance des katholischen Dichters Paul Claudel gibt, war er in Frankreich nie von den Bühnen verschwunden: Die Regisseurin, Schauspielerin und Leiterin des Pariser Théâtre de l'Aquarium Julie Brochen hat für das 61. Festival von Avignon "Der Tausch" inszeniert, das frühe und in Deutschland kaum gespielte Stück eines hitzigen 25-jährigen, der als junger Diplomat 1893 nach New York kommt.