Die Experten der Affirmation

von Dirk Pilz

23. Dezember 2007. Stellen wir eine einfache Frage: Warum gibt es dieses Buch? Im Vorwort merken die Herausgeber an, dass es zwar "ein bisschen früh für ein ausführliches Buch" sei, schließlich gebe es Rimini Protokoll gerade mal sieben Jahre. "Doch die Arbeit von Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel ist", wird uns erklärt, "nicht zufällig in so kurzer Zeit so erfolgreich geworden." Es gibt dieses Buch also, weil es am Erfolg seines Gegenstandes partizipieren möchte. So funktioniert der Markt und dies braucht nicht weiter bemäkelt zu werden – auch wenn es ein schwaches (und entlarvendes) Motiv ist.

Theater als Bildverarbeitungsmaschine

von Esther Boldt

23. Dezember 2007. Schon immer steht das Visuelle auf dem Theater unter Verdacht. Unter dem Verdacht des Populären, des Simplifizierenden, dessen, was der Herrschaft des Textes eins draufzusetzen versucht und in den Feuilletons noch immer gerne als "Regieeinfall" angeklagt wird. Dieser binären Entgegensetzung von Text und Bild zum Trotz sind Theater und Visuelles schon immer Verwandte.

Nicht mehr an die Kraft des Humanismus glauben

von Hans-Christoph Zimmermann

23. Dezember 2007. Klischees sind immer noch das gängigste Verkaufsargument. Das zeigt sich jetzt wieder an dem Sammelband "Peter Turrini. Schriftsteller". Der Klappenbroschureinband besitzt eine raue Griffigkeit. Auf dem Foto ist der Autor neben seiner Schreibmaschine zu sehen, deren Lettern auch für den Titel verwendet wurden.

Wie toll wir doch sind

von Dirk Pilz

November 2007. Theater sind auch Unternehmen. Und Unternehmen sind erstens an guten Umsatzzahlen und zweitens an einem positiven Image interessiert, weil das positive Image dem Umsatz hilft. So weit, so unverfänglich. Nun sind aber bekanntermaßen die Produkte eines Theaters künstlerischer Natur. Will sagen: Ob und wie eine Inszenierung beim Publikum und damit an der Kasse läuft, lässt sich nach wie vor nicht planen.

Ohne Provinz und Politik

von Hans Christoph Zimmermann

Oktober 2007. "Werft eure Hoffnung über neue Grenzen" lautet der Titel von Brigitte Bruns Buch zum Theater im Schweizer Exil, das als Katalog zur gleichnamigen Ausstellung Ende April dieses Jahres im Münchner Theatermuseum erschienen ist, aber auch als eigenständige Publikation daherkommt. Die Autorin schildert darin zunächst die regen Verflechtungen des deutschen und Schweizer Theaterlebens vor 1933.

Die Unergründlichkeit des Menschen

von Lutz Stirl

Berlin, Oktober 2007. Heinrich von Kleist war ein schwieriger Mensch. Und er wird es für seine Biografen bleiben. Gerhard Schulz, Emeritus für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Melbourne, ist dabei der richtige Partner für alle, die in makellosem Stil in die Kleist-Forschung eingeführt werden wollen – seine "Enigma-Variationen" zur bis heute rätselhaften Würzburger Reise Kleists bilden den Höhepunkt seiner Monografie.

Pop und Pantoffeltier

von Regula Fuchs

Bern, September 2007. Ausgerechnet das Jahr 1991 war ein Schlüsselmoment für das Theater der Deutschschweiz – jenes Jahr, in dem die Eidgenossenschaft ihren 700. Geburtstag feierte, der jedoch von vielen Kulturschaffenden boykottiert wurde.

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