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Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 6. Februar 2013 – Die Neue Zürcher Zeitung blickt zurück auf Karin Beiers Intendanz in Köln

Ein wichtiges Versprechen

6. Februar 2013. Dass die Sanierung des Kölner Schauspiels überhaupt durchgesetzt werden konnte, sei vielleicht das größte Geschenk, das Karin Beier ihrer Heimatstadt nach sechs Jahren Intendanz hinterlässt, bilanziert Hans-Christoph Zimmermann in der Neuen Zürcher Zeitung.

Die Durchsetzungsfähigkeit von Beier habe darin begründet gelegen, dass ihr Haus bereits nach zwei Spielzeiten künstlerisch unangreifbar gewirkt habe. "Dafür verantwortlich: zunächst die Intendantin selbst mit einem Kurs zwischen politischer Stellungnahme, ästhetischer Qualität und formaler Innovation." Beiers Interesse an zeitgenössischer Dramatik sei gering gewesen. "Ihre Domäne blieben die Klassiker von Hebbel über Shakespeare bis zu Euripides."

Presseschau vom 5. Februar 2013 – Die taz über das einhundertjährige Bestehen, das zur Zeit viele Stadttheater feiern

Ersatz(luft)schlösser

5. Januar 2013. Gegenwärtig feiern viele große Stadttheater wie in Stuttgart oder Dresden ihr einhundertjähriges Bestehen. Das nimmt Esther Slevogt in der taz (5.2.2013) zum Anlass, über den Anteil der Theater an der Subjektwerdung des Bürgers nachzudenken. Schon die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Münchner Kammerspiele im letzten Jahr hätten den Eindruck vermittelt: "Erst das Theater hatte die Münchner Bürger einst zu wirklichen Mitgliedern der Gattung Mensch gemacht."

Presseschau vom 25. Januar 2013 – Das Leipziger Stadtmagazin Kreuzer interviewt Sebastian Hartmann und seinen Chefdramaturgen Uwe Bautz

Leipziger Unterschrift

25. Januar 2013. Zum Abschied von ihrem Centraltheater Leipzig veranstalten Sebastian Hartmann und sein Chefdramaturg Uwe Bautz ab März "Festwochen" – und gestalten den Theaterraum dafür radikal um. "Wir wollen ein 360 Grad-Gefühl schaffen", sagt Sebastian Hartmann im Interview mit Charlotte Töwe und Tobias Prüwer vom Leipziger Stadtmagazin Kreuzer. "Der Hintergedanke ist (…), dieses Gegenüber von Zuschauerraum und Guckkastenbühne aufzuheben, also die Fiktion von Welt, die Theater mit seinen Bildern schafft, und die Abtrennung von den auf gepolsterten Sitzen berieselten Zuschauern." Das könne man auch als Bild dafür nehmen, was das Problem von Stadttheater im Moment sei, "im Gegenüber als Ihr und Wir", sagt Uwe Bautz.

Presseschau vom 22. Januar 2013 – Simone Dede Ayivi argumentiert im Tagesspiegel gegen rassistischen Sprachgebrauch in Kinderbüchern

"Raus mit den kolonialen Altlasten!"

22. Januar 2013. In der seit Tagen andauernden Debatte um rassistischen Sprachgebrauch in Kinderbüchern hat sich am Wochenende im Tagesspiegel (19.1.2013) die Theaterregisseurin Simone Dede Ayivi, aktiv u.a. am Berliner Ballhaus Naunynstraße, zu Wort gemeldet. Unter der Überschrift "Wörter sind Waffen" argumentiert Ayivi für die Tilgung rassistischer Begriffe aus Kinderbüchern, weil sie in ihrer bisherigen Sprachform nicht-weiße Leser ausschließen.

Presseschau vom 22. Januar 2013 – Stéphane Braunschweig und Thomas Ostermeier im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

Deutsch-französischer Dialog

22. Januar 2013. Anlässlich des 50. Jahrestages des Élysée-Vertrags zur Förderung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich haben sich Brigitte Salino und Joseph Hanimann für die Süddeutsche Zeitung mit dem französischen Theaterregisseur Stéphane Braunschweig und dem regieführenden Leiter der Berliner Schaubühne Thomas Ostermeier zum Interview getroffen. Es geht um die Politik und die Theaterkunst in beiden Ländern.

Presseschau vom 17. Januar 2013 – Die Neue Zürcher Zeitung verabschiedet sich herzlich von Petras' Gorki

Hoffend auf ein besseres Morgen

17.1.2013. Das kleinste der fünf Berliner Stadttheater habe allen Grund zum Feiern, schreibt Dirk Pilz in der Neuen Zürcher Zeitung. "Sein überaus agiles, mit 22 Schauspielern kleines Ensemble zählt zwar nicht zu den edelsten der Theaterrepublik, in jedem Fall aber zu den sympathischsten." Nirgends sonst stürze man sich wieder und wieder mit derart fröhlicher, erdverbundener Wut in die Arbeit. "Jede Inszenierung will den schönen Glauben nähren, das Theater tauge doch, um der Welt ins Getriebe zu fassen."

Presseschau vom 7. Januar 2013 - Das Hamburger Abendblatt interviewt die designierte Schauspielhausintendantin Karin Beier

Ein schiere Katastrophe

7. Januar 2013. Maike Schiller und Armgard Seegers vom Hamburger Abendblatt haben die designierte Schauspielhausintendantin Karin Beier in ihrem "Vorbereitungsbüro" in Hamburger Stadtteil St. Georg besucht. Derzeit, so erfuhren sie, pendelt Beier noch zwischen Hamburg und Köln, wo sie am Freitag Jean Paul Sartres Die Troerinnen herausbringen wird. Aber sie hat schon ihren Hauptwohnsitz in Hamburg, und auch ihre Tochter wurde dort im Sommer eingeschult.

Presseschau vom 5. Januar 2013 – Die taz interviewt Andres Veiel zu "Himbeerreich"

Schärfer als die Occupybewegung

5. Januar 2012. "Am Anfang war es mühsam, sie zum Reden zu bekommen", erzählt Andres Veiel im Interview mit Stefan Reinecke von der taz über sein Bankerstück "Himbeerreich", das am 11. Januar in Stuttgart uraufgeführt wird. "Aber das kippte: Manche wollten dann mehrmals mit mir sprechen, weil sie sich rechtfertigen und erklären wollten." Die meisten seiner Gesprächspartner seien mehr als 20 Jahre in Vorständen oder Abteilungsleitungen gewesen und seien heute äußerst kritisch. "Sie urteilen über die Banken schärfer als die Occupy-Bewegung." Ihm sei es darum gegangen herauszufinden, welchen Anteil sie persönlich an dem hätten, was sie jetzt attackieren.

Presseschau vom 30. Dezember 2012 – Gespräch mit dem Direktor des Wiener Schauspielhauses Andreas Beck

Dramaturgen und Popstars

Ein Leser oder eine Leserin hat uns auf das Gespräch aufmerksam gemacht, dass Norbert Mayer für die Samstagsausgabe der Wiener Zeitung Die Presse (30.12.2012) mit Andreas Beck geführt hat. Beck, früher zusammen mit Joachim Lux in der Dramaturgie des Burgtheaters tätig, steht nun bereits im sechsten Jahr dem kleinen Wiener Schauspielhaus als Direktor vor.

Presseschau vom 29. Dezember 2012 – Die FAZ fragt, wie teuer Kultur sein darf

Andere Lasten aufgebürdet

30. Dezember 2012. "Wie teuer darf Kultur sein, wenn die öffentliche Hand sie finanzieren soll?" fragt Sebastian Balzter gestern in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf Seite elf unter der Überschrift Bühne frei für den Verteilungskampf. Die Begriffe, "mit denen gemeinhin Märkte beschrieben werden – Angebot, Nachfrage, Konkurrenz" – führen Balzter Ansicht nach in die Irre, wenn von Schauspiel, Oper und Tanz die Rede ist.

Presseschau vom 29. Dezember 2012 – Claus Peymann gibt der Berliner Zeitung/Frankfurter Rundschau eine Audienz

Eine Art Arche Noah

29. Dezember 2012. Im Interview mit Dirk Pilz vom Feuilleton der Berliner Zeitung/Frankfurter Rundschau ist Claus Peymann "stets sehr freundlich", auch wenn er "manchmal mehr ruft als redet".

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