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6 Jahre Haft für russische Theatermacherinnen

Die Inkriminierte Theaterproduktion "Finist – Heller Falke" © SosoDaughterS

10. Juli 2024. Ein Moskauer Militärgericht hat die Theaeterregisseurin Jewgenija Berkowitsch und die Dramatikerin Swetlana Petrijtschuk zu sechs Jahren Straflager verurteilt, melden verschiedene Medien, darunter der Spiegel. Die Anschuldigung lautet "Rechtfertigung des Terrorismus".

Die beiden Theatermacherinnen sitzen seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Sie wurden für ihr Stück "Finist, der helle Falke" angeklagt, das thmatisiert, wie russische Frauen sich dem IS in Syrien anschließen. "Das Stück von Svetlana Petrijtschuk und Schenja Berkowitsch setzt sich mit den Mechanismen auseinander, wie und warum diese Frauen auf die Terroristen hereinfallen konnten", schreibt Alla Shenderova auf nachtkritik.de in ihrem Theaterbrief über die Repressalien gegen russische Theaterschaffende.

Die beiden Angeklagten hätten vor Gericht argumentiert, "das Theaterstück aufgeführt zu haben, um sich gegen Terrorismus zu wenden – und nicht, um ihn zu unterstützen", schreibt Der Spiegel. Das inkriminierte Theaterstück hatte im Jahr 2022 noch die "Goldene Maske" gewonnen, einen der wichtigsten russischen Theaterpreise.

Der Prozess gegen Berkowitsch und Petrijtschuk galt Beobachter*innen von Anfang an als politisch motiviert. "Berkowitsch zählt zu den bekannten Kritikern des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine", schreibt Der Spiegel. "Als Russland am 24. Februar 2022 den Großangriff begann, protestierte sie mit einem Plakat mit der Aufschrift 'Nein zum Krieg' auf einem der zentralen Plätze Moskaus."

(spiegel.de / chr)

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