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Theaterpreis Der Faust 2024: die Gewinner

Bild von der Preis-Gala mit Nele Hertling vorn rechts © Markus Nass Fotografie

17. November 2024. In einer Festveranstaltung im Theater Gera wurden am gestrigen Samstag die Sieger des Faust-Theaterpreises 2024 bekannt gegeben.

Preisträger:innen in diversen Kategorien sind:

Darsteller:in Tanz
Zarina Stahnke als Königin Zoe in "Schwanensee" – Semperoper Dresden

Darsteller:in Schauspiel
Anna Drexler als Krähe in Trauer ist das Ding mit Federn – Schauspielhaus Bochum

Darsteller:in Musiktheater
Asmik Grigorian als Salome in "Salome" – Hamburgische Staatsoper

Darsteller:in Theater für Junges Publikum
Tobias Weishaupt in "Mein ziemlich seltsamer Freund Walter" – Theater Altenburg Gera

Inszenierung Tanz
Imre und Marne van Opstal für "Voodoo Waltz" – Schauspielhaus Bochum

Inszenierung Schauspiel
Joanna Lewicka für "Antigone" – Theater Plauen Zwickau

Inszenierung Musiktheater
Ingo Kerkhof für "Fin de Partie (Endspiel)" – Oper Dortmund

Inszenierung Theater für junges Publikum
Frederic Lilje für "All das Schöne" – Junges Ensemble Stuttgart

Raum
Lorenz Vetter, Signa Köstler, Tristan Kold (Raum) für Das 13. Jahr – Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Ton & Medien
Lubomir Grzelak (Musik), Maximilian Kraußmüller, Eugenijus Sabaliauskas (Lichtdesign), Jakub Lech (Videodesign), Daphne Chatzopoulos, Johanna Seggelke, Paula Tschira (LiveKamera), Łukasz Twarkowski (Regie) für WoW – Word on wirecard – Münchner Kammerspiele

Kostüm
Luisa Wandschneider für "Jagdszenen" – Theater Magdeburg

Genrespringer
Bassam Ghazi, Birgit Lengers und Ensemble für "Solingen 1993" – Düsseldorfer Schauspielhaus

Der Preis für das Lebenswerk stand schon vorher fest. Er geht an die Theatermacherin Nele Hertling. Den Perspektivpreis der Länder erhält der Theaterjugendclub der Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen.

Hier finden Sie alle Nominierten für den Faust-Preis 2024.

Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST 2024 wird veranstaltet vom Deutschen Bühnenverein und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder. Er wird gefördert durch den Freistaat Thüringen und die Stadt Gera.

(Deutscher Bühnenverein / chr)

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Kommentare  
Faust-Preisverleihung: Wow!
Wow! Die Jury fand Asmik Grigorian „besser“ als Elina Garanca. Eine echte Überraschung. Glückwunsch an alle Geehrten. Ein wertvoller Preis, voller Überraschungen.
Hat sich die Preisjuryzusammenstellung geändert? Wenn jemand einspringen muss, wie schafft diese Person, alle Produktionen, insbesondere die, die abgespielt sind, zu sehen? Eine Frage nur …
Faust-Preisverleihung: Bankrotterklärung
Eine Bankrotterklärung der Sonderklasse. Da wird einen ganzen Abend davon gesprochen, dass das Theater grenzen sprengen soll und muss, um zu bestehen. Da fordern weiße und migrantische Kollegen "save spaces" (was für ein Hohn, dass Theaterleute nicht grundsätzlich für eine freie und demokratische Gesellschaft eintreten, sondern Ghettos wollen, denn nichts anderes sind diese Save Spaces schielsslich!).

Aber was ist auf der Bühne zu sehen? Während vorne Preise vergeben werden, muss das vorrangig migrantische Ballettensemble das Bühnenbild putzen! Gnadenlos während der gesamten Veranstaltung sieht man sie hinten wischen und wienern. Und niemand der Preisträger äußert sich dazu, sondern ist vor allem froh, dass die Kulturblase endlich Kenntnis von ihm/ihr nimmt. Skandalös! Schämt Euch!

Und die Blindheit der Theaterleute ist perfekt, wenn die große Nele Hertling, die Tanzavantgarde und moderne Musik gefördert und etabliert hat, wie keine andere, im Bühnenhintergrund Platz nehmen muss, während vorne "Anything goes" abgesungen wird und zwar "German Stadttheater at its best": vereindeutigt, humorbefreit und unerträglich reaktionär.

Tatsächlich ein Skandal!
Faust-Preisverleihung: Armutszeugnis
Ich traute auch meinen Augen nicht, als ich sah, dass das Ballettensemble permanent „den Dampfer“ zu schrubben hatte, während im Vordergrund Preise verliehen und aufgetakelte Moderatorinnen übermäßig gut gelaunt herumtönten.
Unfreiwillig viel Wahrheit fand sich in diesem Bild.
Wer zeichnet sich für die Inszenierung der Faustpreises verantwortlich? Wer entscheidet wer und wie da moderiert wird?
Es tut mir leid, aber dafür, dass da ein Preis von Bühnenmenschen an Bühnenmenschen vergeben wird, wird das Format Jahr für Jahr provinzieller und übertrifft sich an Amateurhaftigkeit konstant selbst.
Schwer erträglich, sodass die zurecht ausgezeichneten dabei in den Hintergrund geraten.
Der diesjährige Faust, und ich spreche nur von der Veranstaltung an sich: ein Armutszeugnis!!
Faust-Preisverleihung: Theaterbeiträge
Die drei Beiträge vom Theater (lilaLied, Aschenputtel und ein Kurt Weill-Song) fand ich ausgezeichnet und überhaupt nicht provinziell und hatte insgesamt einen sehr schönen Abend. Schade nur, dass die Moderatorinnen so schwach waren, die aber offenbar gar nicht aus dem Theaterensemble kommen.
Faust-Preisverleihung: "Welt"-Bericht
Interessanter Beitrag in der WELT zur FAUST -Preisverleihung
https://www.welt.de/kultur/article254573782/Faust-Preisverleihung-In-Gera-zeigt-sich-dass-der-Osten-nicht-verloren-ist.html
Faust-Preisverleihung: Außerhalb des Sichtfelds
Ich schätze eure Arbeit bei Nachtkritik sehr, interessant finde ich aber schon, dass Nachtkritik als wichtigstes Medium für Theaterkritik, viele der Gewinner nicht mal rezensiert hat. Da scheint es wohl doch einen Fokus auf die großen Städte, Namen und Inszenierungen zu geben und weniger auf die kleinen, innovativen und herausragenden. Das gleiche gilt übrigens für den Nestroy. Da gibt es teils ganze Kategorien ohne Besprechung, das liegt aber sicherlich auch an der schwächer besetzten Österreich-Redaktion. Vielleicht wäre da also ein Blick, der auch links und rechts ein wenig mehr guckt und ab und an den Weg von Berlin nach Magdeburg wagt, auch toll.

(Anm. Redaktion. Werter Fabian, dass jede Berichterstattung Lücken lassen muss, auch viele schmerzliche Lücken, liegt in der Natur der Sache. Es gibt ganze Genres der darstellenden Künste, die NK aus Kapazitätsgründen sehr selten nur besprechen kann. Absolut richtig. Dass wir aber mitnichten nur auf große Städte und große Namen schauen, können Sie an unserer Regionalkarte ersehen. Zum Stöbern empfohlen! Und Magdeburg ist in 2024 bislang 5x dabei. Mit freundlichen Grüßen, Christian Rakow https://nachtkritik.de/nachtkritik-regional?view=regional)
Faust-Preisverleihung: Die Kunst des Deals
Lieber Fabian,

vielleicht ist es so, dass nachtkritik Großstadt-orientiert ist. Ganz sicher aber ist es so, dass der "Faust" Theater aus der Provinz oder aus Randlagen eher begünstigt, da für eine "Faust"-Nominierung erst einmal eine gewisse Lobbyarbeit nötig ist. Um nämlich in den Blick der Jury zu kommen, muss man erst einmal vorgeschlagen werden. Vorschlagsrecht haben nicht zuletzt die Theaterleitungen, zwar nicht für ihr eigenes Theater, aber hier kann immerhin die Kunst des Deals ein wenig aufblühen. Wenn kleinere Theater oder Theater abseits der Zentren etwas Bedeutendes in ihrem Programm zu haben glauben, bieten sie anderen Theatern einen Vorschlagstausch an. Große Theater, die z.B. beim Theatertreffen vertreten sind, sind bei dieser Prozedur etwas nachlässiger. So erklärt sich nur die grobe Vorauswahl, sozusagen die Nominierungs-Nominierungen, doch hier fallen schon viele prominente Produktionen einfach durchs Raster. Positiv gewendet, können hier also Theater, die sonst nicht im Fokus stehen, leichter sichtbar werden.
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