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Festivalmacherin Mária Szilágyi verstorben
Mária Szilágyi (1952 - 2023) © Privat
27. November 2023. Mária Szilágyi, Theaterproduzentin, Dramaturgin, Herausgeberin und Übersetzerin deutscher Dramen ins Ungarische sowie langjährige Direktorin des Budapester Festivals für Zeitgenössisches Drama ist tot. Das teilte ihre Familie mit.
1952 in Hajdúböszörmény geboren, absolvierte Mária Szilágyi in Debrecen ein Studium der deutschen Sprache und Literatur. An der Budapester Universität für Theater und Filmkunst erwarb sie 1982 ein Diplom in Theorie des Theaters. Seit 1988 an arbeitete sie am Ungarischen Theaterinstitut als Referentin für das deutschsprachige Theater.
1997 gründete sie in Budapest das Festival für Zeitgenössisches Drama, das Werke ungarischer Autor*innen einem internationalen Fachpublikum präsentierte. Das Festival wurde eine wichtige Plattform auch für den deutsch-ungarischen Thateraustausch. So machte es das ungarische Publikum mit Theatermacher*innen und -autor*innen wie René Pollesch bekannt. Auf Szilágyis Einladung kam erstmals Hans-Thies Lehmann, der wichtigste Theoretiker des postdramatischen Theaters, nach Ungarn.
2003 gab Szilágyi den Band "Die arabische Nacht – Anthologie zeitgenössischer deutscher Dramenautoren" heraus, in dem unter anderen Stücke von Marius von Mayenburg, Roland Schimmelpfennig und Sibylle Berg in ungarischer Übersetzung erschienen. Der von ihr herausgegebenen 2011 Essay-Band "Theatre After The Change" beschrieb und analysierte Tendenzen und Strömungen des mittel- und osteuropäischen Theaters nach 1989/90.
"Mária Szilágyi hat Jahrzehnte hindurch die ungarische und internationale Theaterkultur bereichert. Sie hinterlässt ein vielseitiges, weit ausgreifendes, wirkmächtiges Lebenswerk," schreibt die Berufsvereinigung der Theaterdramaturgen in Ungarn in ihrem Nachruf. "Ihr Wissen, ihre Informiertheit, ihr weiter Horizont, ihr Humor und ihr Engagement werden der ungarischen und internationalen Theaterwelt fehlen."
Mária Szilágyi starb am 23. November 2023 in Budapest.
(sle)
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Danke für Ihre Arbeit, Mária Mayer-Szilágyi! auch wenn das jetzt zu spät kommt..