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Gertrud-Eysoldt-Ring und Kurt-Hübner-Regiepreis 2025
Thomas Schmauser als "Mephisto" an den Münchner Kammerspielen © Armin Smailovic
1. Dezember 2025. Der Schauspieler Thomas Schmauser erhält für seine Verkörperung von Hendrik Höfgen in Jette Steckels Klaus-Mann-Inszenierung "Mephisto" an den Münchner Kammerspielen den Gertrud-Eysoldt-Preis 2025. Das geben die Stadt Bensheim und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste bekannt, die den mit 10. 000 EUR dotierten Preis seit 1986 vergeben.
Die Regisseurin Fritzi Wartenberg erhält den parallel dazu vergebenen Kurt-Hübner-Regiepreis 2025. Sie wird für ihre Inszenierung von Werner Schwabs "Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos" am Burgtheater Wien ausgezeichnet.
Der Gertrud-Eysoldt-Preis
Der Eysoldt-Preis geht auf den Theaterkritiker Wilhelm Ringelband (1921-1981) zurück, der seine Bewunderung für die Schauspielerin Gertrud Eysoldt in ein testamentarisches Vermächtnis goß. Gertrud Eysoldt (1870-1955) war an Max Reinhardts Deutschem Theater eine der bedeutendsten Theaterschauspielerinnen des frühen 20. Jahrhunderts.
"Thomas Schmauser ragte für uns auf eine so bezwingende Art mit seinem Mephisto an den Münchner Kammerspielen heraus, dass wir dachten: dieser Dreifach-Erfolg, er muss jetzt sein!" begründet die Jury ihre Auswahl, der in diesem Jahr Ulrich Matthes, Juliane Köhler und Caroline Peters angehörten. Schmauser sei "gleichzeitig Entertainer und Somnambulist. Verführer und Verführter. Er ist das, was man landläufig ‚authentisch‘ nennt, versteckt aber immer wieder auch kleine Kommentare über seine Figur in seinem Spiel", so die Begründung weiter.
Schmauss wurde 1972 im oberfränkischen Burgebrach geboren. Von 1992 bis 1996 studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Von 1998 bis 2000 gehörte er dem Ensemble des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover an. Von 2000 bis 2006 war er Mitglied des Ensembles am Hamburger Thalia Theater. Seit 2007 gehört Thomas Schmauser zum Ensemble der Münchner Kammerspiele.
Der Kurt-Hübner-Regiepreis
Der mit 5000 Euro dotierte Kurt-Hübner-Regiepreis ist ein Nacwuchspreis und nach dem legendären Intendanten und Theatererneuerer Kurt Hübner benannt. Alleinjurorin war in diesem Jahr Almut Wagner, Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin des Münchner Residenztheaers. "Fritzi Wartenbergs inszenatorischer Zugriff ist unerschrocken und wahnsinnig klug – und funktioniert erst einmal über die Ästhetik," heißt es in ihrer Jurybegründung. Wartenberg, ihrem Team und ihrem Ensemble sei für Schwabs böse Radikalkomödie eine stringente Übersetzung aus einer ihr fernen Zeit gelungen – eine Übersetzung "an der man sich aufgrund der hervorragenden schauspielerischen Leistungen des gesamten Ensembles erfreut."
Die Regisseurin Fritzi Wartenberg © Hilde van Maas
Fritzi Wartenberg wurde 1997 in Köln geboren und wuchs im österreichischen Salzburg auf. Dem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Wien folgte der Wechsel an das Max Reinhardt Seminar, wo sie bis 2022 ein Regie-Studium absolvierte. Darüber hinaus ist sie als Mitbegründerin des FTZN-Kollektivs aktiv, für das sie als Autorin und Regisseurin Stückentwicklungen erarbeitet.
Die feierliche Übergabe des Gertrud-Eysoldt-Rings und des Kurt-Hübner-Regiepreises findet voraussichtlich im März 2026 im Parktheater Bensheim statt.
(Stadt Bensheim / Deutsche Akademie der Darstellenden Künste / sle)
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