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Staatstheater Braunschweig: Neuberufungen 2026/27

Braunschweigs Neuberufungen 2026/27: Antje Thoms © Privat (li.) und Sonja Elena Schroeder © Thomas Kirchberg

5. September 2025. Zur Spielzeit 2026/27 übernehmen Antje Thoms und Sonja Elena Schroeder Leitungsfunktionen am Staatstheater Braunschweig. Thoms wird Schauspieldirektorin, Schroeder leitet das Junge Staatstheater Braunschweig, wie das Haus in zwei Pressemitteilungen bekannt gibt.

Künstlerin mit Haltung

Die Regisseurin Antje Thoms studierte Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen und inszeniert seit 2003 freischaffend im deutschsprachigen Raum, u.a. an den Staatstheatern in Nürnberg, Augsburg, Darmstadt und Saarbrücken. Derzeit leitet sie das Schauspiel am Theater Regensburg, davor war sie Hausregisseurin am Deutschen Theater Göttingen. Antje Thoms ist Mitbegründerin des Netzwerk Regie und der kulturpolitischen Initiative #rettedeintheater, sie absolvierte das Weiterbildungsprogramm "Theater- und Musikmanagement" als Stipendiatin des Deutschen Bühnenvereins sowie das Mentoring-Programm "Frauen in Kultur und Medien" des Deutschen Kulturrats.

In Braunschweig erarbeitete Thoms zuletzt die Deutschsprachige Erstaufführung von Lucy Kirkwoods "Die Kinder" (2019) sowie den immersiven Theater-Parcours "Das letzte Leuchten" (2022). Als "Künstlerin mit Haltung, Handwerk und einem genauen Gespür für das Erzählen – klug, humorvoll, mit einem feinen Blick für Ensemble und Publikum" würdigt sie der designierte Braunschweiger Generalintendant Tobias Wolff in der Pressemitteilung.

Breite Erfahrung und Gespür

Sonja Elena Schroeder studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste in Bern und begann nach ihrer Bühnenkarriere 2010 als Regisseurin, Bühnen- und Kostümbildnerin sowie Videokünstlerin und Filmschaffende zu arbeiten. Seitdem ist sie sowohl in der freien Szene als auch an Stadt- und Staatstheater in Karlsruhe oder Bremerhaven, am Westfälischen Landestheater, der Oper Leipzig oder dem Schlosstheater Celle tätig. Seit 2011 ist sie Teil des Theaterkollektivs boat people projekt, das unter anderem mit dem Theaterpreis des Bundes geehrt wurde.

Schroeder erarbeite innovative, oft interaktiven Produktionen für Kinder und Jugendliche und Projekte mit gesellschaftlicher Relevanz. "Sie bringt eine beeindruckende Bandbreite an künstlerischer Erfahrung in Regie, Bühne und Kostüm mit und hat ein besonderes Gespür für die Entwicklung vielfältiger Projekte mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen – von Kindern über Jugendliche bis hin zu Menschen mit Fluchterfahrung. Das Junge Staatstheater ist mit ihr bestens für die Zukunft aufgestellt", wird Tobias Wolff zitiert.

Sonja Elena Schroeder übernimmt den Job von Iris Kleinschmidt und Jörg Wesemüller, die am Ende der Spielzeit 2025/2026 als Leiter*innen des Jungen Staatstheaters Braunschweig ausscheiden. Antje Thoms folgt auf Ursula Thinnes, die die Sparte seit 2020 unter der Intendanz von Dagmar Schlingmann leitete, sowie als Hausregisseurin auf Christoph Diem. Die Braunschweiger Spielzeit 2026/27 ist die erste unter der künstlerischen Gesamtverantwortung des designierten Generalintendanten Tobias Wolff.

(Staatstheater Braunschweig / eph)

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Kommentare  
Berufungen Braunschweig: Glückwunsch
Wie schön für Braunschweig! Und herzlichen Glückwunsch und guten Start den beiden!
Braunschweig: Umgang mit Nichtverlängerungen?
Mich würde ja interessieren wie mit den Nichtverlängerungen umgegangen wurde. In der Braunschweiger Zeitung gab es wohl einen Plusartikel dazu. Der bloßen Überschrift ist aber nicht zu entnehmen wie das Ausmaß ist. Wurde hier halbwegs human mit der Möglichkeit der Nichtverlängerungen bei Intendanzwechseln umgegangen oder gab es, wie leider immer noch so häufig, einen Rundumschlag? Würde mich wirklich interessieren, wie sich das bei den neuen Leitungen so entwickelt. Hier muss ich sagen ich bin niemand der sagt es müssten immer und grundsätzlich alle übernommen werden, aber es gibt ja auch noch etwas zwischen ganz und gar nicht. Zumal ich einfach wichtig finde die Abfindungsregelungen mal zu überprüfen. Außerdem sollte man gucken wie man das System insgesamt etwas fluider machen und Menschen besser unterstützen kann wenn sie den Wunsch haben zu wechseln.
Berufung Braunschweig: Ensemblevertreter gefragt
Nun ist es ja so, dass es mittlerweile in jedem Besetzungsverfahren für Intendanzen auch Kandidat*innen gibt, die Kündigungen wg. Intendanzwechsel ausschließen. Der in Braunschweig gewählte Kandidat gehörte nicht dazu. Hier sind auch die am Verfahren beteiligten Ensemblevertreter gefragt, genau abzuwägen, für wen sie sich einsetzen...
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