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Regisseur und Schauspieler Valentin Jeker verstorben

13. Februar 2026. Valentin Jeker ist tot. Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) meldet, starb der Schauspieler, Regisseur und Maler bereits am 8. Februar 2026 im Alter von 91 Jahren in Kassel.

1934 im schweizerischen Olten geboren, besuchte Jeker nach dem Abitur von 1957 bis 1960 die Schauspielschule Zürich. Als Schauspieler und Regieassistent war er anschließend von 1961 bis 1963 an den Städtischen Bühnen Ulm sowie von 1963 bis 1965 am Staatstheater Stuttgart tätig. Hier entstanden – unter der Intendanz von Peter Palitzsch – auch seine ersten eigenen Regiearbeiten: Inszenierungen von Marieluise Fleißers "Pioniere in Ingolstadt" und Ödön von Horváths "Kasimir und Karoline".

1972 ging Jeker mit Palitzsch ans Schauspiel Frankfurt und wirkte dort an Klaus Michael Grübers Inszenierung des Bertolt-Brecht-Stückes "Im Dickicht der Städte" mit. Ein Jahr später holte ihn Manfred Beilharz ans Landestheater Tübingen, wo er bis 1977 blieb, bevor er mit dem Intendanten erst ans Theater Freiburg und 1983 schließlich nach Kassel wechselte. Hier entstanden prägende Inszenierungen wie Samuel Becketts "Warten auf Godot" 1986, wo Jeker selbst den Pozzo spielte.

1990 brachte er als Gastregisseur am Burgtheater Wien Rolf Hochhuths "Stellvertreter" auf die Bühne und setzte ab 1991 seine Zusammenarbeit mit Beilharz am Schauspiel Bonn fort. Seine Gerhart-Hauptmann-Inszenierung "Rose Bernd" aus dem Jahr 1998 an diesem Haus mit Johanna Wokalek in der Titelrolle wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

2002 wechselte Jeker ans Hessische Staatstheater Wiesbaden und trat schließlich auch als Maler in Erscheinung. Seine erste Ausstellung hatte er 2015 im Rahmen der "Langen Nacht der Gerichtshöfe" in Berlin.

(HNA / cwa)

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Kommentare  
Valentin Jeker: Roberto Zucco
Unsere Arbeit hat mein Leben verändert. Danke Valentin.
Valentin Jeker: Ehre
Es war mir eine Ehre und große Freude mit dir in Bonn und Wiesbaden bei etlichen Stücken zusammen arbeiten zu dürfen; gehab dich wohl, lieber Valentin, dort, wo du jetzt bist!
Valentin Jeker: Eigene Wege
Skeptisch gegenüber den Grossregisseuren der 70iger und 80iger ging er seinen ganz eigenen unabhängigen Weg. Ein genauer Beobachter , ein Feind falscher Theatertöne, ein grosser Meister realistischer Stücke ( "Der Brand von Uster" - "Gross und Klein" in Köln ) ein leidenschaftlicher Zigaretten Raucher, der mit dem Rücken zur Hinterbühne so versteckt rauchen konnte , dass man nur auf ihn sah.
Er nahm mich zum Siebentagerennen in der Kölner Sporthalle mit und zum ersten Film von Jean Pierre Melville " Der zweite Atem " - seinem Lehrmeister der nouvelle vage. Danke , Danke Valentin RIP
Valentin Jeker: Feiner Kerl
Muss immer noch schmunzeln wenn ich an den Geizigen mit Rolf Schult denke und die Vorstellung wo Valentin für Volker Mosebach einspringt. Welch ein Fest. Vergiss deine Tüten nicht und Grüß die anderen tollen.
Valentin Jeker: Wichtigster Regisseur
Der Valentin hat mich wachgerüttelt schon in Tübingen. Er hat mir beigebracht, dass Theater nur mit unbedingter Besessenheit und Leidenschaft was wird. Er war einer der 2 wichtigsten Regisseure in meinem Theaterleben.
Valentin Jeker: Großartig und widerständig
Dankbar denke ich an Valentin Jeker.
Er stand in Freiburg während der Intendanz von Manfred Beilharz für ein Theater der starken Form und inhaltlichen Dringlichkeit. Dabei war er rabiat, entschieden und anstrengend, aber auf eine verborgene Art auch warmherzig. So hat er mich geprägt und begleitet.
Valentin Jeker: Beeindruckende Persönlichkeit
Danke, dass ich seine Stücke und ihn in Kassel und Bonn erleben durfte. Er war eine beeindruckende Persönlichkeit (für mich als Zuschauerin und Fan.)
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