The Hairs Of Your Head Are Numbered - Im Kontext des Überwachungsschwerpunkts "Spy on me" im Berliner HAU untersuchen Chris Kondek und Christiane Kühl die Verwandlung des Körpers in ein Datendisplay
Am Puls der Zeit
von Esther Slevogt
Berlin, 18. Januar 2018. Zuerst wird der etwas aus der Welt gefallen klingende Titel erklärt. Er stammt nämlich aus dem neutestamentarischen Buch des Evangelisten Lukas. "Even the hairs of your head are all numbered", heiße es da in Kapitel 12, Vers 7, sagt der Co-Regisseur und Miterfinder des Abends Chris Kondek. Und dann: "Fear not!" Was hier natürlich bedeutet: die Behütung der Menschenwesen durch den Allerhöchsten ist so umfassend, dass wir nichts fürchten müssen. Im Laufe des Abends sollen wir dann erfahren, dass die Zähl- und Datenerhebungswut des Digitalzeitalters die Lage grundlegend verändert hat. Ins ausgesprochen Furchterregende nämlich.
Der Tag, als ich nicht ich mehr war - Anne Lenk inszeniert im Deutschen Theater Berlin die Uraufführung des Stücks von Roland Schimmelpfennig
Wo bist du dann?
von Sophie Diesselhorst
Berlin, 12. Januar 2018. Der Fichte ist in die Bedeutungslosigkeit gesunken. Er ist jetzt eine die und als solche ein Baum, der vor einem spießigen Einfamilienhaus die unoriginellen Gewaltfantasien seines kleinbürgerlichen Eigentümers weckt ("Das Haus ist zu klein, der Baum ist hässlich"). Das Programmheft zur Roland-Schimmelpfennig-Uraufführung in den Kammerspielen des Deutschen Theaters trägt noch ein Johann-Gottlieb-Fichte-Zitat: "Das Ich setzt das Nicht-Ich als beschränkt durch das Ich. Das Ich setzt sich selbst als beschränkt durch das Nicht-Ich."
Alles Schwindel – Christian Weise und Jens Dohle entdecken am Berliner Maxim Gorki Theater Mischa Spolianskys Revue aus dem Jahr 1931 wieder
Lang lebe Babylon Berlin
von Elena Philipp
Berlin, 17. Dezember 2017. Alles Fake: Die Möbel aus Pappe und Sperrholz, perspektivisch verzerrt oder zweidimensional wie im Comic. Wenn Türen knarren oder Korken ploppen, kommt der Sound vom Band. Kaffeekannen können singen, Bäume zwitschern wie Vögel. Und die Schauspieler*innen mit den schwarz umrandeten Stummfilmaugen chargieren, dass es eine Freude ist. Reines Als-Ob und dick ausgestellter Theaterzauber – "Alles Schwindel" ist ein Weihnachtsmärchen nach Hauptstadt-Art. Eine 86 Jahre alte Berliner Revue, die der Regisseur Christian Weise und sein Musikalischer Leiter Jens Dohle mit den Mitteln der Komödie im Gorki Theater neu auf die Bühne bringen. Die These: Ähnlich flimmernd-fragil wie damals ist Berlin auch heute.
Regie: Walter Asmus, Tino Sehgal
Regie: Sasha Marianna Salzmann / Sapir Heller
Regie: She She Pop & zeitkratzer
Regie: Till Müller-Klug, Lajos Talamonti, Nina Tecklenburg
Regie: Antú Romero Nunes
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