von Matthias Schmidt
Bad Lauchstädt, 29. August 2015.
In der Pause sprach mich ein älterer Herr an, und mir schwante, da er in den engen Holzbänken des Goethe-Theaters direkt hinter mir gesessen hatte, nichts Gutes. Statt schlechter Sicht beklagte er allerdings, einfach nicht in das Stück hineingefunden zu haben. Er wolle sich nur eine Zweitmeinung einholen, entschuldigte er sich, und dass es ihn wirklich beruhigen würde, wenn ein anderer Zuschauer das Problem nicht habe. Erstaunlich, so viel Vertrauen in das Theater. Ganz ohne Wut fragte er schließlich noch mehr sich selbst als mich: Warum machen die das alles? Über diese auf der Bühne verteilten Tische steigen, Goethe selbst auftreten lassen, diese Sachen? Um von der schönen Sprache Goethes abzulenken? Oha!